Erstellt am 30. April 2016, 05:04

von Michael Pfabigan

Ersatzanschaffungen und Gefahr in Verzug. ÖVP kritisiert Ausgabenpolitik des roten Bürgermeisters. Der kontert: Gemeinde wurde totgespart!

Bürgermeister Adolf Viktorik (SPÖ): Unsere Gemeindemitarbeiter mussten mit privatem Gerät arbeiten.  |  NOEN

Heftiger Zoff im Kreuzstettner Gemeinderat: Die ÖVP-Fraktion verweigerte dem Rechnungsabschluss 2015 die Zustimmung: SPÖ-Bürgermeister Adolf Viktorik soll im vergangenen Jahr insgesamt 300.000 Euro ohne Zustimmung des Gemeinderates oder Gemeindevorstandes ausgegeben haben.

Stimmt nicht, kontert der: Ohne Beschluss seien lediglich 65.000 Euro beauftragt worden - und das seien Ausgaben für die Sanierung einer Deponie (Viktorik: „Hier herrschte Gefahr im Verzug!“), Ersatzbeschaffungen und der Ankauf von Arbeitsgerät für die Gemeindemitarbeiter gewesen.

„Auch das fällt für mich unter Ersatzbeschaffung. Die mussten ihr Privatwerkzeug in die Arbeit mitnehmen!“, sagt Viktorik, der seit etwas über einem Jahr Bürgermeister ist. Angekauft wurden da profane Geräte, wie Winkelschleifer, Bohrmaschinen, Laubgebläse, ein Rasentraktor und Motorsensen: „Notwendiges Kleingerät!“, wie er findet: „Da frage ich mich, was bisher gemacht wurde!“

Freudhofmaier: "Hätten auch Anzeige machen können"

Die SPÖ hatte die Gemeinde bei der vergangenen Wahl umgedreht. Wie die ÖVP da auf „Ausgaben ohne Beschluss“ von 175.000 Euro kommen kann, ist ihm rätselhaft.

Trotzdem: Die ÖVP und Vizebürgermeister Johannes Freudhofmaier stimmten dem Rechnungsabschluss nicht zu. Mehrheitlich wurde er angenommen, womit auch die strittigen Ausgaben vom Gemeinderat akzeptiert werden: „Wir hätten auch eine Anzeige bei der Aufsichtsbehörde machen können. Aber da erhoffen wir uns nicht viel davon, außer, dass böses Blut entsteht“, sagt Freudhofmaier.

Wären alle beanstandeten Posten im Gemeinderat oder im Vorstand abgestimmt worden, hätte die ÖVP zugestimmt? „Da waren einige Dinge dabei, die wir kritisch gesehen haben, da hätten wir nicht zugestimmt“, gesteht er. „Fragen Sie mal in der Bevölkerung, ob sich in der Gemeinde etwas positiv bewegt oder nicht!“, kontert Viktorik: Entscheidungen endlos diskutieren und Verantwortung scheuen, das sei anscheinend der neue Weg der ÖVP.