Erstellt am 03. Mai 2016, 09:00

„Es kracht in Republik!“. Sozialdemokraten gedachten bei ihrer Hauptkundgebung in Wilfersdorf der Anfänge der Mai-Feiern; politische Ziele und Bundespräsidentenwahl-Ergebnis im Fokus.

 |  NOEN, Gerhard Grey
Die Sozialdemokraten des Bezirks feierten heuer den 1. Mai in Wilfersdorf. Vom Liechtensteinschloss ging es in einem eindrucksvollen Zug mit Musik und Fahnen gemeinsam zum Ernst Kellermann Musikerheim, wo die Abschlusskundgebung und anschließende Feier zum 1. Mai stattfand.

Zahlreiche Ehrengäste waren zu begrüßen und um die Bezirksorganisation besonders verdiente Mitglieder wurden besonders geehrt. Die politischen Hauptreferate hielten der örtliche SPÖ-Gemeindevorsitzende Johann Hager, der betonte, dass es bei der letzten Gemeinderatswahl gelungen sei, im Ort Wilfersdorf die Mehrheit zu erreichen und in Hobersdorf starke Zuwächse zu erzielen.

Bezirksvorsitzende Melanie Erasim erinnerte an die Anfänge des 1. Mai vor 126 Jahren. Damals forderten die Arbeiter „8+8+8“, was hieß acht Stunden Arbeit, acht Stunden Freizeit, acht Stunden Schlaf. Viele Verbesserungen in der Arbeitswelt und soziale Errungenschaften gäbe es nicht ohne Sozialdemokraten.

„Neue Denkweisen statt Personaldiskussion“

„Die aktuelle Situation erfordert keine Personaldiskussion, sondern neue Denkweisen, was die Arbeitswelt betrifft. Denn es gibt noch viel zu tun, wie etwa eine sechste Urlaubswoche und einen Mindestlohn von 1700 Euro, damit man von der Arbeit auch leben kann. Ohne Kampf wird es keinen Fortschritt geben.“
Für Landeshauptmann-Stellvertreterin Karin Renner war vor allem das Ergebnis beim ersten Durchgang der Bundespräsidentenwahl unvorstellbar. „Die Republik hat sich verändert“ und „Wir jammern auf hohem Niveau“. Dabei werde vergessen, dass die heutige Generation 70 Jahre ununterbrochenen Friedens in Europa erlebt hat.

Renner kritisierte aber auch das „Durchwinken“ der Flüchtlinge, denn die Registrierung sei eine Grundfeste eines Rechtsstaates, die wahrzunehmen ist. „Es kracht momentan im Gefüge der Republik und Leichtsinn bei Wahlen ist nicht angesagt. Wir haben 500.000 Arbeitslose und 1,5 Millionen Mitbürger, die an der Armutsgrenze leben. Da gibt es Handlungsbedarf“, fand Renner: „Der Wohlfahrtsstaat darf nicht ausgehöhlt werden, er gehört auch an die nächsten Generationen weitergegeben.“ Die Wirtschaft, vor allem Klein- und Mittelbetriebe, brauchen Unterstützung.