Asparn an der Zaya

Erstellt am 12. Juli 2016, 08:07

von Ingrid Fröschl-Wendt

"Ein normales Dorf": Braunschlag feiert Premiere. Am Asparner Filmhof laufen die letzten Arbeiten an der Bühnenfassung des TV-Hits „Braunschlag“ auf Hochtouren.

 |  Ingrid Fröschl-Wendt

„Braunschlag ist eigentlich ein ganz normales Dorf.“ Filmhof-Intendant Michael Rosenberg hat als Dorfpolizist das erste Wort auf der Bühne der neuen Filmhof-Produktion. Dass es in Braunschlag doch nicht so ganz normal zugeht, wie sonst in einem Dorf, zeigen die nächsten zwei Stunden.

Bei einer Probe am Wochenende wird das ganze Stück schon einmal durchgespielt. Regisseur Hakon Hirzenberger unterbricht nicht mehr, aber er notiert fleißig. Am Ende wird er kleine Verbesserungen anbringen. Sonst ist er mit der Arbeit der Darsteller schon recht zufrieden. Das Geheimnis liegt in der Auswahl der Schauspieler, wird er beim anschließenden Interview erzählen. Darin dürfte er recht haben, denn was während der Probe am meisten Eindruck macht, ist die Präsenz und Kraft der einzelnen Figuren.

„Provinz ist überall“

Es ist eine Provinzposse, sagt Hakon Hirzenberger, und sie wird von Typen getragen, wie sie wirklich vorkommen könnten, nur halt nicht so komprimiert. Der übereifrige Bürgermeister, der korrupte Gastwirt, seine tussihafte Ehefrau, die biedere Bürgermeistersgattin, der Dorfidiot, zwei Polizisten, die es gut meinen, aber einfach zu naiv sind und der strenge Abgesandte des Vatikans, der sich unrettbar in Braunschlag verliebt.

Hirzenberger verlässt sich in der Darstellung der Figuren auf seine Schauspieler, lässt ihnen in der Interpretation viel Raum, und er verlässt sich auf das Buch von Stefan Vögel, der die Serie zu einem Bühnenstück umgeschrieben hat. Keinen Einfluss dagegen konnte die Originalserie auf ihn ausüben, denn die hat Hirzenberger nie gesehen. Er denkt, es sei ihm gerade deshalb gelungen, etwas ganz Eigenständiges entstehen zu lassen. Apropos Provinzposse: Auch Asparn liegt in der Provinz. Ob sich die Leute hier nicht vorgeführt fühlen? Hirzenberger, der sich als Wiener outet, beruhigt. „Provinz ist überall“, sagt er und meint die Provinz im Kopf, nicht im Land.