Gaubitsch

Erstellt am 20. Mai 2017, 05:00

von Ingrid Fröschl-Wendt

Philosophieren über Leben und Tod. Drei Künstler arbeiteten die Idee der Totenmesse mit ihren Texten auf.

Ein Requiem, literarisch verarbeitet: Pfarrer Christian Wiesinger, Markus Orths, Michael Stavaric und Marlen Schachinger.  |  Ingrid Fröschl-Wendt

Auch wenn wir es für unsere Lieben gestalten, ein Requiem ist doch etwas für die Hinterbliebenen. Diesen Gedankenansatz nahmen die drei Schriftsteller Marlen Schachinger, Michael Stavaric und Markus Orths zum Anlass, sich für ein Viertelfest-Projekt mit dem Ablauf eines Requiems in Form von Texten auseinanderzusetzen.

Angelehnt an die katholische Liturgie philosophierten die drei über Leben und Sterben aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Markus Orths passte sich mit seinen Texten den liturgischen Inhalten an. Er zerrte sie aus einer Sprache religiöser Floskeln auf den Boden der Realität, verarbeitete eigene Befindlichkeiten, Erfahrungen und Bedürfnisse.

Michael Stavaric betrachtete den Tod der allerersten Menschen, die Geschichte von Kain und Abel, mithilfe einer modernen Geschichte. Marlen Schachinger philosophierte in „Windhauch“ über das Leben und Sterben eines Lebens gefährten, über würdiges Leben und Sterben.

Dazwischen erzählte der Pfarrer von Gaubitsch, Christian Wiesinger, seine eigene Geschichte in Bildern, und doch angepasst an die Texte der drei Schriftsteller. Auf einer wie aus rotem Blut hingegossenen Stoffbahn voller Kerzen und Weinstöcke erzählte er die ewige Geschichte von Leben, Leuchten, Vergehen und Transformiert-Werden.

 Der Schluss gehörte wieder Orths. Mit reichlich schwarzem Humor und einer wunderbaren Darstellung einer eloquenten Mutter und deren schrägen Vorstellungen von Leben und Sterben entließen die Künstler ihr Publikum mit leichtem Schmunzeln und erleichtertem Lachen aus dem Requiem.