Erstellt am 29. April 2014, 09:08

von Susanne Bauer und Michael Pfabigan

Gegner bleiben anonym. Gegen Windpark in Gaubitsch / Eine anonyme Gruppe will unabhängige Infos zur Windkraft, Befürworter des Projektes glauben an Provokateure von außerhalb Gaubitschs.

Fotomontage: So würde der Blick über den Sportplatz Richtung Windpark aussehen - glauben zumindest die „gaubitscher buerger“ - eine Gegnergruppe, die lieber anonym bleiben will.  |  NOEN, Fotomontage: gaubitscher buerger
GAUBITSCH / Das jüngste Projekt in Sachen Alternativ-Energie  – ein Windpark mit maximal sieben Anlagen, welchem sich der Nachbarort Gnadendorf mit bis zu fünf Anlagen anschließen wird – stößt in Gaubitsch nicht nur auf Zustimmung. Als „gaubitscher buerger“ wollen sie über die Nachteile via Mail von Windkraftanlagen informieren. Wer sie sind? Unbekannt, sie wollen sich (vorerst) nicht zu erkennen geben und anonym bleiben.

Ihre Kritikpunkte: einseitige Informationspolitik durch die Projektbetreiber Windkraft Simonsfeld und die zu kurze Zeitspanne zwischen Erstinformation und Abstimmung. Außerdem seien die Aussagen der Gaubitscher Politiker nicht wahr, die meinen, den Windpark in Gnadendorf könne man nicht verhindern. Denn, so die Gegner, sei Gaubitsch dagegen, ginge sich auf Gnadendorfer Gebiet nur noch ein Windrad aus. Somit wäre die Errichtung nicht mehr rentabel. Gesundheitliche Aspekte wie Infraschall, Kopfschmerzen und Tinnitus ergänzen die Gegenargumente.

„Das Land um Laa ist „Klima- und Energie-Modellregion“

Projektleiter Georg Hartmann von der Windkraft Simonsfeld sieht das anders: „Wenn in Gaubitsch kein Windpark kommt und sich Gaubitsch gegen die Unterschreitung der 2.000 Meter Mindestabstandsgrenze entscheidet, wird es sehr wohl in Gnadendorf einen kleineren Windpark geben. Etwas anderes haben wir nie kommuniziert. Wir sind aber überzeugt, dass die Mehrheit in Gaubitsch erkannt hat, dass es sinnvoll ist, die Energie, die über unsere Felder weht, zu nutzen, um daraus sauberen und sicheren Strom, unabhängig von Moskau oder sonstwo zu produzieren.“

Bürgermeister Alois Mareiner möchte dies alles nicht wirklich kommentieren und meint dazu: „Die Recherchen des oder der angeblichen gaubitscher buerger kann man infrage stellen. Die Windkraftgegner in der Gemeinde stehen öffentlich dazu, deshalb kommt der Verdacht auf, dass diese sogenannten anonymen „gaubitscher buerger“ gar keine Gaubitscher sind, denn diese sind sehr wohl in der Lage, sich selbst zu informieren.“ Gnadendorfs Bürgermeister Manfred Schulz: „Das Land um Laa ist „Klima- und Energie-Modellregion“ und hat bereits viele Vorzeigeprojekte umgesetzt. Unser oberstes Ziel kann nur sein, dass wir von ausländischen Energieanbietern unabhängig werden und uns selbst mit Energie versorgen.“

Am 3. Mai wird es eine weitere Windradexkursion geben, bevor am 4. Mai über den Windpark abgestimmt wird.