Erstellt am 15. Oktober 2015, 06:02

von Ingrid Fröschl-Wendt

Fahrplan einzementiert. Ernüchternde Infos: Für Laa gibt es bis 2019 kaum Chancen, wieder schnellere Züge bis Wien zu bekommen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde Gabriele Hoschek (proLAA) von Bürgermeisterin Brigitte Ribisch (l.) angelobt. In der Sitzung selbst musste Hoschek in der hitzigen Debatte über die Bahn-Anbindung ihre Feuerprobe bestehen.  |  NOEN, zVg

Mit der Angelobung des neuen Gemeinderatsmitglieds Gabriele Hoschek (proLAA) startete die jüngste Gemeinderatssitzung der Stadtgemeinde Laa.

Sie durfte als Verkehrsbeauftragte in ihrer allerersten Sitzung gleich eine Feuerprobe bestehen, denn rund um eine Resolution an die ÖBB zur Verbesserung der Pendlerbedingungen auf der Schnellbahnverbindung Laa – Wien kam es zu heftigen Diskussionen.

Die Stadt hatte dazu einen Mitarbeiter der ÖBB, Dietmar Maier, eingeladen, über den geänderten und stark kritisierten Fahrplan zu sprechen. Er berichtete, dass durch den neuen Wiener Hauptbahnhof eine Änderung der Fahrpläne notwendig gewesen wäre.

Die starke Taktfrequenz lasse nicht mehr Züge zu. Außerdem sei der Wunsch der „Besteller“ der Züge, das seien der Bund und das Land NÖ, gewesen, wiederkehrende Takte zu haben, die für Pendler leicht zu merken seien. Dadurch habe sich leider diese Änderung ergeben, die auch für die nächsten drei bis fünf Jahre relativ einzementiert sei, so der ÖBB-Mitarbeiter.

Weniger Züge und langsame Verbindungen

Gabriele Hoschek und Isabella Zins von proLAA beklagten besonders den Ausfall von zwei Zügen sowie die längere Dauer der Fahrt. Auch das sei kaum zu ändern, meinte Maier, da auf der eingleisigen Strecke im Bahnhof Obersdorf auf den Gegenzug gewartet werden müsse. Erst 2019 würden die Fahrpläne neu ausgeschrieben, da könne sich dann wieder alles ändern. Weiters wurde die Anzahl der Stopps diskutiert. Maier sieht eine Vermehrung von Haltestellen als Vorteil für die Pendler, vor allem angesichts überfüllter Schwerpunkt-Park&Ride Anlagen. Für Hoschek hingegen ist dieser Punkt kontraproduktiv, um Pendlerwünsche umzusetzen.

Die Bürgerliste proLAA kritisierte, dass sich Bürgermeisterin Brigitte Ribisch (ÖVP) nicht ausreichend für die Verbesserung der Fahrpläne eingesetzt habe. Die Gemeindechefin konterte, einen zuständigen Vertreter entsandt zu haben. Auf Antrag von Zins wurde schließlich einstimmig beschlossen, künftige Sitzungen des Pendlerausschusses mit Vertretern aus allen Parteien zu besetzen. Auch die Resolution an die ÖBB zur Verbesserung der Pendlerbedingungen wurde schließlich einstimmig beschlossen.

Wesentlich positivere Aufnahme fand ein weiteres ÖBB-Projekt: der Steg über die Bahngleise zwischen Kellerhügel und der Neustadt. „Es ist wichtig, dass der Stadtteil am Kellerhügel eine gute Verbindung an die Stadt hat“, sagte Bürgermeisterin Ribisch. Die Gesamtkosten würden sich auf rund 2,4 Millionen Euro belaufen, der Anteil der Stadtgemeinde daran betrage etwa 500.000 Euro. Anfang des Jahres 2017 soll der Steg fertiggestellt sein.