Erstellt am 15. September 2015, 08:48

von Harry Gangl und Michael Pfabigan

Gerasdorfer sind klar gegen Hügeldeponie. Nach Volksabstimmung / 82,5 Prozent der Gerasdorfer wollen keinen Erdaushubberg vor der Haustüre haben. GERASDORF / Die Gerasdorfer sind klar gegen die geplante Bodenaushubdeponie nördlich der Ortschaft: 82,5 Prozent stimmten bei der Volksbefragung am Sonntag, 13.

So würde die geplante Hügeldeponie mit 45 Metern Höhe aussehen, sollte sie tatsächlich aufgeschüttet werden.  |  NOEN, Zvg

Die Gerasdorfer sind klar gegen die geplante Bodenaushubdeponie nördlich der Ortschaft: 82,5 Prozent stimmten bei der Volksbefragung am Sonntag, 13. September, gegen das Vorhaben.
Damit ist klar, dass Gerasdorf eine negative Stellungnahme zum Behördenverfahren rund um die Deponie abgeben wird.

„Ich bedanke mich bei den Gerasdorfern für die Wahlbeteiligung von 30,4 Prozent und werde gemeinsam mit allen im Gemeinderat vertretenen Parteien eine Stellungnahme der Stadtgemeinde an die Behörden des Landes NÖ schicken mit dem dringenden Ersuchen, die geplante Bodenaushubdeponie nicht zu genehmigen. Der Wunsch der Gerasdorfer Bevölkerung ist auf jeden Fall umzusetzen!“, sagt Bürgermeister Alexander Vojta (SPÖ) in einer ersten Stellungnahme.

Volksentscheid nach Schweizer Vorbild

Auch Vizebürgermeister Lukas Mandl (ÖVP) sieht nach dem Volksentscheid die Position Gerasdorfs gegenüber der Behörde gestärkt: „Dank der Volksbefragung hat Gerasdorf alle Trümpfe in der Hand. Jetzt muss die Stadtgemeinde alle zur Verfügung stehenden Mittel nützen, um die Bodenaushubdeponie zu verhindern. Die Hoffnung hat sich erfüllt, dass Gerasdorf fähig ist zu einem runden demokratischen Entscheidungsprozess.“

Neue Wege war die Gemeinde im Vorfeld des Volksentscheides gegangen: Nach Schweizer Vorbild hatte ein Redaktionsteam, dem sowohl die Befürworter- als auch die Gegner-Seite angehört hat, einen gemeinsamen Fakten-Folder erarbeitet, der für die Bevölkerung Informationsgrundlage und Entscheidungshilfe war. „Ich danke besonders dem Grünen Gemeinderat Christian Koza für seine enorm konstruktive Mitarbeit dort“, sagt Mandl.

Das Gerasdorfer Nein zur Hügeldeponie wird jetzt in die Stellungnahme der Gemeinde eingearbeitet, die dann dem Land übermittelt wird. Die Krux dabei: Das ist noch kein Garant dafür, dass die Hügeldeponie nicht errichtet wird.

Das Projekt

Für die Hügeldeponie Kowanda soll in den nächsten 20 Jahren die bestehende Schottergrube mit Erdaushubmaterial verfüllt und zu einem 45 Meter hohen Hügel aufgetürmt und anschließend begrünt werden.
Gegner fürchten eine vermehrte Staub- und Verkehrsbelastung während der Verfüllung.