Erstellt am 30. September 2015, 15:29

von Jutta Hahslinger

Dreistes Diebespaar wandert hinter Gitter. Abgelenkt vom Obstverkäufer an der Haustür, bemerkten die älteren Opfer aus dem Weinviertel die Einschleichdiebe nicht.

Anklägerin Elisabeth Böhm war mit der Verhängung von teilbedingten Freiheitsstrafen einverstanden.  |  NOEN

Zerbrechlich, wie ein Häufchen Elend, präsentiert sich die 22-jährige Gänserndorferin vor Gericht.

Mitleid kommt auf, das aber nach Verlesung der Anklageschrift bei den Zuhörern augenscheinlich sofort verschwindet.

Skrupellos und gezielt war die 22-Jährige mit ihrem Berliner Freund (21) und einem erst 16-Jährigen aus Bosnien (gesondert verhandelt) bei der Geldbeschaffung vorgegangen: Getarnt als Erdbeeren- oder Marillenverkäufer zog das Trio am 12. Juni dieses Jahres in Dobermannsdorf im Bezirk Gänserndorf von Haus zu Haus. Spionierte aus, wo sich gewinnbringende Beute machen lässt.

Beim Haus einer Pensionistin schlug das Trio zu: Während der Berliner die Weinviertlerin in ein Verkaufsgespräch verwickelte, schlich sich die Gänserndorferin ins Haus und stahl Schmuck und Bargeld.

Nachbarn fotografierten Trio

Nur vier Tage später schlug das Trio in Schrick im Bezirk Mistelbach erneut zu. Beim Haus einer 80-jährigen Pensionistin merkte es, dass diese nicht daheim war und es drang gewaltsam ein. Gestört wurden die Gänserndorferin und der Teenager dabei allerdings vom Sohn der Pensionistin, der plötzlich heimkam. Da schaltete sich der Berliner ein: Er klopfte alarmierend an die Tür und verwickelte den Sohn in ein lautstarkes Gespräch, damit die beiden Einschleichdiebe über die Hintertür flüchten konnten.

Aufmerksamen Nachbarn war das Dreiergespann aber schon aufgefallen und einer hatte das Fahrzeug des Trios fotografiert und das Kennzeichen notiert.

Wertvolle Hinweise für die Polizei, die das Trio knapp eine Stunde nach der Tat in Schrick in Bockfließ schnappte.

Auf das Konto der 22-Jährigen gehen auch zahlreiche Ladendiebstähle in Gänserndorf.

Für die Gänserndorferin setzt es wegen gewerbsmäßigen Diebstahls (teils durch Einbruch) 21 Monate, davon muss sie sieben Monate hinter Gittern absitzen. Der Berliner wird zu 24 Monaten, davon acht unbedingt, verurteilt. Die Urteile sind rechtskräftig.