Erstellt am 26. Mai 2016, 05:04

von Josef Christelli

Gipfeltreffen am Buschberg. Windradfreier Buschberg: Die Windkraftgegner der Buschberg-Region trafen sich am höchsten Berg des Weinviertels zu einem Gipfeltreffen, um sich bei ihren Aktivitäten zu vernetzen.

Gegen die Windräder: Ferdinand Weinschenk und Gerhard Loidolt wollen die Kräfte bündeln und machen mobil.  |  NOEN, Josef Christelli

In der Buschberghütte versammelten sich die Windkraftgegner von Gnadendorf, Stronsdorf und Gaubitsch, um die weitere Vorgangsweise zu beraten und die geplanten ersten fünf Windkraftanlagen abzuwehren. Denn alle sind überzeugt, dass die Errichtung der Windräder wie ein Dammbruch wäre und dann noch viel mehr Windräder gebaut würden.

„Der Buschberg ist in Gefahr“ war zu hören und „Der Buschberg ist der höchste Berg im Weinviertel und unser Wahrzeichen“, „Der Buschberg gehört den Weinviertlern“ - so wollen die Aktivisten das Wahrzeichen der Leiserberge schützen.

Aktivist Gerhard Loidolt berichtet von einem Brief an Landeshauptmann Erwin Pröll, der von einem seiner Mitarbeiter beantwortet wurde, aber keine Aussagekraft hat und laut Loidolt nur „Wischiwaschi“ ist.

Franz Hartmann aus Gaubitsch wetterte: „Wir haben die Windräder abgelehnt und genau dort sollen sie jetzt aufgestellt werden.“ Unsere Gemeinde schenkte den Gnadendorfern den notwendigen Abstand.

Wahrscheinlich als Vorsichtsmaßnahme, wenn Gaubitsch doch einmal Windräder baut, müssen die Gnadendorfer auch zustimmen und da hat man schon vorgebaut“, findet Hartmann die Machenschaften dubios.

Brief von Büro LH Pröll nur "Wischiwaschi"

Die jetzt schon rund 30 bis 40 Windkraftgegner wollen zusammenarbeiten. 

Ideen wie nämlich, dass alle ihre Verträge bei der EVN kündigen und einen anderen Anbieter suchen, wurde in Erwägung gezogen: „Es wären noch viel mehr Leute, die unterschreiben würden, aber sich aus verschiedenen Gründen nicht trauen“, so Loidolt zur NÖN.

Er freute sich schon über die vielen Gleichgesinnten, die zur Veranstaltung in die Buschberghütte kamen.

Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Manfred Schulz wurde auch kritisiert, weil die Bürgerinitiative glaubt, dass er überregional als Landespolitiker zu allen Bevölkerungsschichten stehen müsste.

Zur Situation meinte Schulz: „Das Projekt ist im Laufen, am 21. Juni 2016 findet die UVP-Verhandlung statt und dann wird es weitere Schritte geben.“

Gegner überlegen sich Maßnahmen gegen EVN

Auch der Österreichische Alpenverein (OeAV) war auch in der Buschberghütte: „Wir sind für die Windkraft“, so Mistelbach-Obmann Heinz Eberlein, das „Aber“ blieb nicht aus.

Der OeAV fordert gewisse Tabuzonen, wie Schutzgebiete und deren Vorfelder, Standorte mit geschützten Tieren, Pflanzen und Lebensräumen, sowie visuell exponierte Standorte, eben alles, was den Buschberg betrifft.

Am 21. und 22. Juni wird die Verhandlung über die Unverträglichkeitsprüfung (UVP) im Gemeindesaal Gnadendorf stattfinden. Bis dahin hofft Loidolt, die notwendigen Unterschriften für einen Initiativantrag an den Gemeinderat gesammelt zu haben.