Gnadendorf

Erstellt am 23. Oktober 2016, 01:52

von Josef Christelli

Professionelle Bewirtschaftung: Wald wird Geschäft. Bisher wurden die Bäume einfach aus dem Wald herausgeschnitten, jetzt soll das planvoll erfolgen.

Für die Gemeinde Gnadendorf wurde ein Waldwirtschaftsplan erstellt. Manfred Schulz, Ulrich Schwaiger, Heinrich Steindl, Martin Piringer und Franz Staribacher.  |  NÖN - Josef Christelli

Die Gemeinde besitzt 130 Hektar Wald. Die auf alle Katastralgemeinden aufgeteilten forstwirtschaftlichen Flächen waren bisher großteils ungenutzt und wurden jetzt von den Forstingenieuren Ulrich Schwaiger und Heinrich Steindl erfasst und ein Waldwirtschaftsplan erstellt, um eine nachhaltige Nutzung des Waldes zu garantieren.

Schon bei den Aufnahmearbeiten war die Grenzfindung ein wichtiger Bestandteil: „Mit den neuen Karten und GPS war das eine tolle Sache“, so Martin Piringer, der Ortsvorsteher von Pyhra, der die Arbeiten begleitet hat.

Per Winkelzählprobe wurde der Baumbestand aufgenommen. 33 Prozent ist Robinie, aber auch Stieleichen und wertvolle Elsbeeren wurden gefunden. Die Erhaltung des Schwarzkieferncharakters am Buschberg im Bereich der KG Pyhra ist vordringlich, darüber sind sich Gemeinde und Fachleute einig: „Die Robinie soll langfristig etwas zurückgedrängt werden“, so Steindl.

Alle Maßnahmen werden mit der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach abgesprochen bzw. müssen von dieser auch genehmigt werden.

Im Waldwirtschaftsplan sind Karten mit allen Grundstücken enthalten, farblich abgestimmt, die Altersklassen, die notwendigen Maßnahmen und sogar eine Dringlichkeitskarte gibt es.

Derzeit wird am Buschberg am Pyhra-Territorium schon gearbeitet, die Schlägerungsarbeiten wurden mit der Bezirksforstinspektion abgestimmt und dienen vorerst einmal der Entrümpelung des Waldes von Schadholz und dürren Kiefern.

In den letzten Jahren ist in den Katastralgemeinden regelmäßig Brennholz verkauft worden: „Meist Akazie (Robinie), jetzt wird das alles nach Plan gemacht“, so Staribacher. Bisher wurden die Bestände nach einer Umtriebszeit von 20 bis 25 Jahren genutzt. „Am Buschberg aber gar nichts oder nur einzelne Föhren (Kiefern)“, so Staribacher.

Die Erstellung der Pläne und die Einführung des Waldbewirtschaftungsplanes kosten der Gemeinde Gnadendorf 7.200 Euro, wobei diese Maßnahme zu 50 Prozent von der öffentlichen Hand gefördert wird.

Für Bürgermeister Landtagsabgeordneten Manfred Schulz ist die Waldbewirtschaftung mit Fachleuten eine schon lange überfällige Angelegenheit, die er jetzt auch durchziehen will und wobei er die Ortsvorsteher und Gemeinderäte um weitere Mitarbeit ersucht. Deshalb wurden der Plan und das Kartenmaterial bei der Gemeinderatsitzung vorigen Woche dem Gemeinderat auch präsentiert.

Gnadendorfer Wald

  • Niederwald  52,5 ha
  • Mittelwald   47,7 ha
  • Hochwald  30,0 ha