Gnadendorf , Stronsdorf

Erstellt am 18. August 2016, 02:41

von Josef Christelli

Beschwerde überrascht: „Haben genau gehandelt“. Die Bürgerinitiative gegen den geplanten Windpark legte eine Aufsichtsbeschwerde gegen sechs Gemeinderatsbeschlüsse ein. Bürgermeister ist verwundert.

Sie haben bei der Gemeindeaufsicht Beschwerde gegen sechs Gemeinderatsbeschlüsse eingelegt: Die Sprecher der Bürgerinitiative Ferdinand Weinschenk (l.) und Gerhard Loidolt.  |  NÖN, Josef Christelli

Der geplante Windpark Gnadendorf-Stronsdorf wirbelt nun auch in den Nachbargemeinden Staub auf. Mit Ende der Auflagefrist der UVP-Unterlagen wurden noch Einwände schriftlich abgegeben.

Aber nicht nur das. Denn die Bürgerinitiative, die sich gegen die Errichtung des geplanten Windparks formiert hat, hat nun im Namen von Ferdinand Weinschenk und Gerhard Loidolt sogar bei der Gemeindeaufsicht der Bezirkshauptmannschaft eine Aufsichtsbeschwerde betreffend sechs Gemeinderatsbeschlüssen in den Gemeinden Fallbach, Gaubitsch und Gnadendorf eingebracht. Die Beschwerde ging gleichlautend auch an das Land NÖ.

Großteils werden in diesem Beschwerdeschreiben die Gemeinderatsbeschlüsse in Gnadendorf angeprangert. Die Bürgerinitiative hat hier die Befangenheit einiger Gemeinderäte festgestellt. Dass die Gemeinde Fallbach die Reduzierung des vorgeschriebenen Abstandes beschlossen hat, ist ebenfalls ein Bestandteil der Beschwerde der Bürgerinitiative.

Brisanz birgt vor allem der Beschluss vom 9. Juli 2014 in der Gemeinde Gaubitsch: Hier wurde ein Antrag der Gemeinde Gnadendorf mit der Bitte um Abstandsverringerung wohlwollend beschlossen. Und das, obwohl sich nur zwei Monate davor die Gaubitscher bei der Abstimmung gegen den Bau von Windkraftanlagen ausgesprochen haben.

Gegner kämpfen mit allen Mitteln

Manfred Schulz ist nicht nur Bürgermeister von Gnadendorf, sondern auch Landtagsabgeordneter. Von einer Aufsichtsbeschwerde wusste er nichts, er erfuhr davon erst, als ihn die NÖN darauf ansprach. „Ich hab‘ noch nichts bekommen, aber in dieser Woche werden wir das schon noch hochoffiziell erfahren. Wir haben immer ganz genau gehandelt und sind uns keiner Fehler bewusst, da bin ich mir sicher“, beteuert Schulz. Er sei aber schon gespannt auf den gesamten Inhalt und will zu allen Vorwürfen auf jeden Fall Stellung beziehen.

Die Bürgerinitiative gegen den Bau von Windkraftanlagen hat in ihrem letzten Schreiben außerdem noch Einwendungen zum Thema Naturschutz eingebracht. Weinschenk beschreibt, dass die Horstkartierungen nicht ausreichend seien und dass das Feuchtbiotop an der Straße von Gnadendorf nach Gaubitsch seiner Meinung nach unrichtig bewertet worden sei.

Außerdem sei das Feuchtgebiet für Silber- und Graureiher sowie für Schwarzstörche sehr wohl als reiche Nahrungsquelle anzusehen. Auch die Flugbewegungen von Rohrweihe, Rotmilan, vor allem aber auch des Schwarzstorches wären weit höher als von Ornithologen in diesem Gutachten verankert, sagt Weinschenk.