Erstellt am 16. November 2015, 09:23

von Michael Pfabigan

Grenzeinsatz: Keine Probleme. Mistelbachs Soldaten sind aktiv im Grenzeinsatz: Auf der Murbrücke in Bad Radkersburg sorgen die Mistelbacher Aufklärer dafür, dass der anhaltende Flüchtlingsstrom in geordneten Bahnen in die Notquartiere umgelenkt wird.

 |  NOEN, Pfabigan

Die Mistelbacher, die die Leitung des Einsatzes über haben, sind mit 55 Berufssoldaten der Kaderpräsenzeinheit im Einsatz, insgesamt wird der Grenzübergang in der Südsteiermark von 150 Soldaten, neben Mistelbach aus Amstetten, Horn und Güssing, gesichert und betrieben. Das Ergebnis ist dabei so ziemlich das genaue Gegenteil der Zustände am nahen Grenzübergang Spielfeld. Chaos gibt es nicht, alles scheint wohl geordnet.

Gut: Beim NÖN-Lokalaugenschein an der Südgrenze herrschte nicht gerade Hochbetrieb: Nach einem Streik der griechischen Fähren war der Andrang an Flüchtlingen schwächer als sonst: 250 kamen zur Mittagszeit - und wurden binnen 35 Minuten gezählt, durchsucht, registriert und in Busse Richtung Kollerschlag (OÖ) gesetzt.

Normalerweise kommen pro Tag 1.700 Hilfe und Schutz suchende Personen, weiß der Kommandant vor Ort Michael Grafl. Ressourcen wären bis 2.200 vorhanden. Insgesamt sind seit die Mistelbacher das Kommando in Bad Radkersburg übernommen haben, 30.000 Personen durchgeschleust worden. Insgesamt drei Mal täglich kommen Flüchtlinge vom grenznahen slowenischen Flüchtlingslager an die Grenze.

Regelmäßiger Informationsaustausch

Warum klappt in diesem Grenzabschnitt, was einige Kilometer weiter ein Problem ist? Einerseits gibt es ein gutes Gesprächsklima mit den Slowenen: Die avisierten Flüchtlingszahlen stimmen, Informationsaustausch gebe es täglich. „Es hängt vieles an den handelnden Personen“, weiß der dienstführende Unteroffizier vor Ort Horst Vock.

Wie der Grenzübertritt geregelt ist, wurde maßgeblich von den Mistelbachern mitgestaltet: Der von der slowenischen Polizei zur Grenzbrücke geleitete Flüchtlingspulk wird auf kleine Gruppen gesplittet - damit ist das Nachdrängen nachkommender Teile nicht mehr möglich. Außerdem gibt es in Radkersburg kein Nachlager, alle Flüchtlinge müssen bis zum Abend mit Bussen verschickt werden.

Die Mistelbacher werden bis Mitte Dezember im Einsatz sein. Dann werden sie abgelöst, weil sie sich auf ihren Auslandseinsatz im Kosovo vorbereiten müssen. Wer die Mistelbacher ablösen wird, ist offen.