Hausbrunn

Erstellt am 20. Juli 2016, 08:54

von Michael Pfabigan

Schuss auf Tieraktivist: Ermittlungen eingestellt. Nach einer Gatterjagd erstattete Martin Balluch Anzeige wegen Mordversuchs. Der Tatversuch ließe sich laut der Staatsanwaltschaft aber nicht erhärten.

Mordversuch auf Martin Balluch, Tieraktivist und Gatterjagdgegner, bei einer Gatterjagd in Hausbrunn im November 2015? Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat die Ermittlungen nun eingestellt.  |  zVg

„Sind Tierschützer Freiwild für die Jägerschaft?“ Martin Balluch, Tieraktivist und Gatterjagdgegner kann es nicht fassen: Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat die Ermittlungen nach einer Anzeige wegen Mordversuchs bei einer Gatterjagd in Hausbrunn im November 2015 eingestellt.

„Der Tatverdacht ließ sich nicht erhärten“, sagte Karl Schober von der Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf Anfrage. Laut Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), soll ein Jäger direkt in seine Richtung geschossen haben, er untermauerte seine Anschuldigung mit Bildmaterial, das während der Treibjagd gemacht wurde.

Schuss sollte filmenden Tierschützer vertreiben

Es sei ein Schuss abgegeben worden, es konnte aber nicht bewiesen werden, dass es eine Schussabgabe auf Balluch gegeben hat, sagte Schober.

Der Anwalt des Tierschützers hatte im Dezember eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts des Mordversuchs bzw. der Gefährdung der körperlichen Sicherheit unter besonders gefährlichen Verhältnissen eingebracht.

Ein Jäger habe bei der Treibjagd in einem Gatter im Bezirk Mistelbach am 28. November 2015 „aus dem Gatter hinaus direkt in die Richtung des dort filmenden VGT-Obmanns“ geschossen, „offenbar, um ihn zu vertreiben“, teilte der VGT in einer Aussendung mit.

Das Projektil sei wenige Meter neben Balluch eingeschlagen, wie in der auf der VGT-Website veröffentlichten Sachverhaltsdarstellung zu lesen ist.

Jägerschaft rechnete mit Ermittlungseinstellung

Die Staatsanwaltschaft hat auch die Ermittlungen nach einer Anzeige des VGT-Obmanns wegen Tierquälerei gegen die Verantwortlichen einer Gatterjagd am 10. Jänner im Jagdgatter Ödenkirchen eingestellt, teilte Schober mit.

Demnach habe es keine Handlungen gegeben, die den Tatbestand erfüllen. In der Anzeige Balluchs war zu lesen, dass „sämtliche der gefangenen Tiere in dem Areal vorsätzlich absolute Todesangst“ erlitten hätten.

In der Jägerschaft hatte man von Beginn an gerechnet, dass die Ermittlungen zu den Vorwürfen Balluchs eingestellt werden.