Erstellt am 28. April 2017, 05:39

von Michael Pfabigan

„Ich mache noch bis 2020 weiter“. Josef Gemeiner feiert 55er - und will nach 30 Jahren Funktion abgeben.

Josef Gemeiner in seinem Hofstadel: Seit Anfang der 1990er-Jahre setzt er sich für die Erhaltung des Weinviertler Schiffs ein. Derzeit wird hauptsächlich vermietet: „Mai und Juni sind wir schon ausgebucht!“  |  NOEN, Michael Pfabigan

Ende April feiert einer, der oft unter Wert geschlagen wird, seinen 55er: Josef Gemeiner, unermüdlicher Botschafter des einzigartigen Hofstadels, Motor hinter vielen Projekten: Kellergassensanierung, Hofstadel-Engagement, Kulturinitiativen im Ort, Wiederbelebung des Kirtages nach traditioneller Art und Mitinitiator der Weinstock-Spirale.

Woher kommt das Engagement? „Ich wollte immer etwas zum Positiven verändern“, sagt Gemeiner im NÖN-Gespräch: „Kultur und Geschichte haben mich schon immer interessiert.“ Und seine Projekte sollten halt auch nicht gerade 08/15 sein. Ein Umstand, der dazu führte, dass nicht jedermann sein großer Fan ist: „Wir haben Visionen verwirklicht, das erzeugt immer Opposition, und das ist gut so!“

Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter? Bis 2020 soll ein neues Führungsteam heranreifen. Manche wollen Gemeiner schon jetzt in der zweiten Reihe sehen, ist da was dran? „Ich war bandscheibenmäßig eingeschränkt“, sagt Gemeiner. Er wolle auf jeden Fall noch bis 2020 weiter machen: „Wir machen das eh schon seit 30 Jahren!“, sagt Gemeiner, dann sollen die Jungen ran.

Zur Person: Josef Gmeiner

Josef Gemeiner (55) leitete bereits mit 15 Jahren die Jugendgruppe der Pfarre Siebenhirten und war anschließend bis 1982 im Vikariatsteam des Weinviertels.

Danach lag der Schwerpunkt bei Hausbau und Kindern, 1989 gründete er mit Freunden das Kulturzentrum Siebenhirten. Die Kellergassenerneuerung wurde zum Vorbild für das ganze Weinviertel, 1990 schuf er mit der Vinothek ein Lehrbeispiel für die gelungene Revitalisierung eines alten Weinkellers. 1993 begann der Kampf um die Erhaltung des einzigartigen Hofstadels, 2007 startete die Sanierung des Baudenkmales.