Erstellt am 06. Mai 2016, 10:04

von Michael Pfabigan

"Immer ein offenes Ohr". Am 28. April 2011 wurde der Wetzelsdorfer Karl Wilfing als Landesrat angelobt. Mit der NÖN zog er zum fünfjährigen Jubiläum eine Zwischenbilanz.

Seit fünf Jahren ist der Wetzelsdorfer Karl Wilfing Landesrat, aktuell für öffentlichen Verkehr und die Landeskliniken. Für die Mistelbacher NÖN blickte er zurück.  |  NOEN, Philipp Monihart

NÖN: Sie sind seit fünf Jahren Landesrat: Was hat sich für Sie verändert?
Karl Wilfing: Es ist ganz sicher so, dass sich dein Leben grundlegend ändert. Ich war immer sehr viel im Bezirk unterwegs – das bin ich noch.

Aber die meisten Termine finden außerhalb Mistelbachs statt. Damit verbunden ist eine immense Fahrleistung, die sich aufgrund der Dichte meiner Termine leider nur mit dem Auto zurücklegen lässt.

Da wird das Auto mitunter zum Büro, wo man telefoniert, mailt, Zeitungen liest und die sozialen Netzwerke nutzt.


Sieht Sie Ihre Frau jetzt öfters oder weniger oft als vorher?
Meine Frau sieht mich wahrscheinlich genauso oft wie früher. Allerdings nehme ich mir heute bewusster Zeit für die Familie als noch vor ein paar Jahren.


Ihre Zeit als Landesrat teilt sich durch die Landtagswahl 2013 ja in zwei Halbzeiten: Welche war die Intensivere? Welche war die, in der mehr gestaltet werden konnte?
Es waren sicher beide Legislaturperioden auf ihre eigene Weise fordernd. Aber die Übernahme der Landeskliniken in meinen Zuständigkeitsbereich hat mich mit einem neuen Themengebiet vor ganz neue Herausforderungen gestellt, da auch die Zeiten im Gesundheitswesen nicht einfacher werden.

Durch meine Arbeit für das Landesklinikum Mistelbach war es aber so, dass ich bereits viel Wissen mitgebracht habe. Aber es gilt ja dann auch nicht nur regional, sondern landesweit zu denken.

Wie weit kann man als Landesrat auch noch aktiv für die eigene Heimat wirken?
Man darf die Landessicht nicht außer Acht lassen. Aber ich habe beispielsweise noch immer Sprechtage in der Region. Sowohl in Mistelbach als auch in Poysdorf selbst.

Jede und jeder, der ein Anliegen hat, kann mich jederzeit ansprechen und ich versuche – so wie zu meiner Zeit als Bürgermeister – zu helfen, wo ich kann. Darüber hinaus bin ich natürlich auch immer am Telefon, per Mail und über Facebook erreichbar.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer ein offenes Ohr habe und man mich auch bei jeder Veranstaltung ansprechen kann.

Stichwort: Unangenehme Entscheidungen: Im Waldviertel wird eine Gyn samt Geburtenstation gesperrt, was auf wenig Begeisterung in der Region stößt. Wie geht man da als Politiker damit um, wenn einem der entgegenwehende Wind rauer wird?
Das ist mit Sicherheit ein spezieller Fall. Aber wenn alle ärztlichen Experten, die zuständigen Fachgruppen und auch ein Qualitätsmessungsverfahren vor Ort das Ergebnis bringen, dass die Geburtenstationen besser zusammenzulegen seien, dann wäre es unverantwortlich als Politiker eine andere Entscheidung zu treffen.

Ich habe daher auch vor Ort das Gespräch mit den Menschen gesucht und immer wieder die Grundlage für diese Entscheidung erklärt. Da gibt es dann einige, die das nachvollziehen können und verstehen. Andererseits gibt es auch manche, die trotz besseren Wissens darauf nicht eingehen wollen.

Die nächsten Landtagswahlen-Wahlen sind 2018: Wo sehen Sie sich danach – wenn’s nach Ihnen gehen würde?
Mir macht meine Arbeit große Freude und ich hoffe natürlich, dass ich auch weiterhin für die Menschen tätig sein darf – sowohl in der Landesregierung als auch für die Menschen im Bezirk. Aber das letzte Wort haben die Wählerin und der Wähler!

Wenn Sie einen Wunsch für die Zeit bis zur Wahl 2018 hätten: Was wäre das?
Dass wir alle gesund bleiben und pünktlich die erste Fahrt auf der neuen A5 unternehmen können.