Gnadendorf

Erstellt am 10. August 2016, 04:13

von Josef Christelli

„Gipfeltreffen“ der Gegner. Noch liegt das Protokoll der UVP am Gemeindeamt auf. Bis der Bescheid da ist, prüft BI alle Punkte genau. Bürgermeister Schulz will Entscheidung abwarten.

Bürgerinitiative tagte am Buschberg (v.l.): Brigitte Dietler, Bettina Kandler, Ferdinand Weinschenk, Gerhard Loidolt, Johann Steininger, Frederik Veyrat und Sylvia Grundner, Karin Stohl, Christa Hinterseer, Christa Veyrat und Josef Winkler wollen den Buschberg windradfrei erhalten.  |  NOEN

Die Bürgerinitiative (BI) gegen den Windpark Gnadendorf-Stronsdorf wird immer größer und findet in den Nachbargemeinden Unterstützung. Jetzt lud die Initiative zum „Gipfelgespräch“ auf den Buschberg. BI-Sprecher Gerhard Loidolt bat schon im Vorfeld der Diskussionen und Wortmeldungen: „Bitte demokratisch bleiben.“ Denn bei diesem Thema gehen die emotionalen Wogen hoch.

Noch bis Donnerstag, den 11. August, liegt das Protokoll der Umweltverträglichkeitsprüfung vom Juni im Gemeindeamt auf. Bis dahin können auch noch Stellungnahmen dazu eingebracht werden.

Die Hauptakteure der Bürgerinitiative, Loidolt und Ferdinand Weinschenk, haben die Zusammenkunft unter „Rettet den Buschberg“ geführt. Dazu hat auch der Landesverband des Österreichischen Alpenvereins vor sechs Wochen ein Schreiben an die EVN, an Landesrat Stephan Pernkopf und die Bürgermeister Manfred Schulz (Gnadendorf) und Karin Gepperth (Stronsdorf) gerichtet: „Bisher hat niemand geantwortet“, weiß Johann Steininger vom Alpenverein.

Windkraft ja - aber bitte nicht bei uns

Obmann Heinz Eberlein spricht sich zwar für Windstrom aus, aber nicht am Buschberg: „Der Buschberg und seine Umgebung sollten windradfrei bleiben, schon allein wegen des Naturparks und der Europaregion“, erklärt Eberlein seinen Standpunkt im NÖN-Gespräch.

Mit ihren Schreiben findet die Bürgerinitiative leider kein Gehör: „Peter Kenyeres vom Kulturbund Weinviertel hat 16 Briefe versandt“, erzählt Josef Regner. An Landeshauptmann Erwin Pröll, die Bezirkshauptmannschaft, an die Bürgermeister in der Umgebung und an die Tourismusstellen.

„Nur Bezirkshauptmann Verena Sonnleitner hat geantwortet, dass sie in ein laufendes Verfahren nicht eingreifen will. Vom Land NÖ kam ein zweiseitiger Brief, der wohlwollend für beide Seiten ist“, zog Regner Bilanz über die Aussendungen.

Banges Warten auf UVP-Bescheid

Jetzt wartet die BI gespannt auf den UVP-Bescheid und will jeden Punkt prüfen. Der Sager der Veranstaltung kam von einem Interessierten: „Werden wir sehen, ob es Gutachter oder Schlechtachter waren!“ Kritisiert wurden während der Diskussion auch die Abstände der geplanten Windkraftanlagen: „Da werden Ecken von Grundstücken abgetrennt, um den Abstand zu erreichen“, ist Bettina Kandler fündig geworden.

Dass die Gemeinden Gaubitsch und Fallbach den geringen Abständen zugestimmt haben, das missfällt den Gegnern. Brisanz liegt auch in den Beschlüssen der Gemeinde: „Da hätten einige wegen Befangenheit gar nicht mitstimmen dürfen“, ist Christa Hinterseer überzeugt.

Für Bürgermeister Manfred Schulz ist die Angelegenheit im Laufen: „Jetzt heißt es warten, bis der UVP-Bescheid kommt, dann werden wir weitersehen.“