Erstellt am 09. September 2015, 05:32

von Susanne Bauer

Insolvenz: Fortbetrieb schwierig. Die Fensterfirma Stefan steht nun endgültig vor dem Aus. Krise am Bau und Zahlungsausfall eines Kunden gaben den Ausschlag.

Die Parkplätze vor den Schauräumen der Firma Stefan sind leer.  |  NOEN, S. Bauer

Noch arbeiten die Mitarbeiter der Firma Stefan, man möchte alle Aufträge fertigstellen, damit die Kunden die bestellten Waren erhalten, doch in den nächsten Tagen wird der Betrieb eingestellt. Wie lange noch gearbeitet wird, bestimmt die Masseverwalterin. Über die Tischlerei wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Insolvenzverfahren nicht zum ersten Mal

Nicht zum ersten Mal, denn bereits 2007 war ein solches Verfahren anhängig. „Wir haben dieses Verfahren vor acht Jahren gut verdaut und solide gewirtschaftet“, betont Geschäftsführer Georg Stefan. Wie konnte es nun zu einem weiteren Insolvenzverfahren kommen?

Stefan nennt mehrere Faktoren: „Die schlechte Baukonjunktur speziell hier im Osten des Landes und da ist vor allem der Fensterbau in der Krise. Dies hat bewirkt, dass die Preise stark gefallen sind. Dazu kam noch ein Zahlungsausfall eines Kunden im sechsstelligen Bereich. Wenn jahrelang wenig verdient wird, dann genügt ein einfacher Anlassfall, um insolvent zu werden. Unsere einzelnen Projekte waren überwiegend gut, doch langfristig können die Kosten des Betriebes nicht mehr abgedeckt werden“, versucht Georg Stefan zu erklären.

Suche nach einem Käufer oder Partner läuft

Wie geht es nun mit der Firma weiter? Das Unternehmen wird in dieser Form nicht weitergeführt. Es wird nun versucht einen Käufer oder Partner zu finden, um für die Mitarbeiter einen Weiterbetrieb zu ermöglichen.

Dies wird sicher schwierig werden. Sollte ein Fortbetrieb nicht möglich sein, wird Stefan versuchen, die drei Lehrlinge an andere Betriebe zu vermitteln. Betroffen sind insgesamt rund dreißig Mitarbeiter, die derzeit in der Firma Stefan beschäftigt sind.