Erstellt am 18. November 2015, 05:03

von Michael Pfabigan

„Ist immer was dahinter!“. Ladendorfer FPÖ verbreitet falsche Vorwürfe und umstrittene Bilder.

Wenig gschmackig auch die "Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund".  |  NOEN, Pfabigan Michael

Wenig g’schmackige Postings auf der Facebook-Seite der FPÖ Ladendorf: In einem trauern die Blauen der Zeit nach, als man noch „Negerküsse“ zu den entsprechenden Süßwaren sagen durfte, damals in der „guten alten Zeit“, als man noch „frei schreiben und diskutieren“ durfte, wie sie den alten Zeiten nachweinen.

Stattdessen gebe es nur noch „Schaumwaffeln mit Migrationshintergrund“, eine entsprechende Fotomontage luden sie ebenfalls ins Netz hoch.

Dementierte Falschmeldung weiterverteilt

In einem zweiten Posting – es wurde gelöscht, nachdem die NÖN die Ladendorfer FPÖ darauf aufmerksam gemacht hatte – verbreiteten sie die Nachricht der „Bürgerinitiative gegen das geplante Asylzentrum in Poysdorf“, wonach in Poysdorf ein Koch von Asylwerbern krankenhausreif geschlagen worden sei, nachdem ihnen das Essen nicht geschmeckt hatte. Eine Meldung, die die Poysdorfer Asylgegner selbst als falsch zurückziehen mussten und sich via Facebook dafür entschuldigten.

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Das Problem dabei: Die Ladendorfer Blauen hatten die Falschmeldung weitergeteilt, nachdem sich die Poysdorfer schon für die Falschmeldung entschuldigt hatten. Kommentiert war die Falschmeldung übrigens mit „Alle Eindringlinge sind so traumatisiert und so brav. Weit haben wir es gebracht.“

Also, ist das Schaumwaffel-Posting „ung’schmackig“? „Wir wollen Denkanstöße geben. So wie wir, so denken viele“, sagt FPÖ-Ladendorf-Chef Manfred Gail, bei der Political Correctness werde übertrieben: Mit dem „Negerbrot“ (Erdnuss-Schoko) seien wir aufgewachsen, vor zehn Jahren sei es aus den Regalen verbannt worden. Und auch aus dem Kinderbuch Pippi Langstrumpf soll das Wort „Neger“ gestrichen bzw. ersetzt werden. Gail: „Als ob wir keine anderen Probleme hätten.“

Gail: "Kann ja nicht ständig nachprüfen"

Und wie schaut es mit dem Weiterposten von Falschmeldungen aus, für die sich der Aussender bereits entschuldigt hat? „Das sind Informationen, da ist immer was dahinter. Das ist ja nicht so abwegig“, sagt Gail. Man lese doch immer wieder von Schlägereien unter Asylwerbern. Nachfrage der NÖN: „Wo gab es Schlägereien?“ Gail: „Das weiß ich auch nicht. Aber die kommen zu uns, um Krieg zu führen!“

Rechtfertigt das, Falschmeldungen weiter zu verbreiten? „Man kann ja nicht ständig schauen, ob etwas nicht wahr ist“, rechtfertig sich der blaue Partei-Chef. Gut möglich, dass das Dementi nicht gelesen worden sei. „Wir werden immer als Nazis beschimpft, weil wir die Bevölkerung informieren. Wir können nicht alles recherchieren, wir übernehmen nur Artikel!“ Bei der Auswahl würden sich die Blauen schon bemühen, keine grenzwertigen Artikel auszuwählen, zum Schaumwaffel-Posting stehe man weiterhin.

„Aber wir sind es gewohnt, dass wir von den Zeitungen als schlecht hingestellt werden. Dass wir die Nazis sind und die anderen die Gutmenschen!“, sieht Gail die FPÖ als eigentliches Opfer.