Erstellt am 10. Dezember 2015, 08:42

von Michael Pfabigan

Jäger legte auf Tierschützer an. Mordversuch? Bei einer Gatterjagd in Hausbrunn soll ein Teilnehmer auf Jagdgegner Martin Balluch geschossen haben.

 |  NOEN, VGT
„Zunächst dachte ich, der Mann wollte mich bloß erschrecken, als er das Gewehr hochriss und den Lauf direkt auf mich richtete!“

Martin Balluch, Obmann des Vereines gegen Tierfabriken und militanter Gegner der Jagd im Allgemeinen und der Gatterjagd im Speziellen, glaubt von einem Jäger bei einer Gatterjagd im Liechtenstein’schen Revier in Hausbrunn am 28. November bedroht worden zu sein.

Fotoserie als Beweise vorgelegt

Der Vorwurf: Der Jäger habe, auf einem Hochstand im Gatter stehend, auf ihn gezielt und abgedrückt. „Die Kugel schlug knapp neben mir irgendwo ein!“, schildert Balluch, der über seinen Anwalt bei der Staatsanwaltschat Krems Anzeige wegen des Verdachtes des Mordversuches und der Gefährdung der körperlichen Sicherheit unter besonders gefährlichen Verhältnissen einbrachte.

Als Beweise legt Balluch eine Fotoserie vor, die er als Beobachter der Gatterjagd von außerhalb des Gatters geschossen hatte. Darauf zu sehen: Zwei Jäger auf einem Hochstand, nach Balluchs Schätzung 60 Meter entfernt, die die am Gatter protesteirenden Mitglieder des VGT mit dem Fernglas beobachten.

Gegen 9.50 Uhr hebt einer der Jäger sein Gewehr: „Er legt auf mich oder zumindest genau in meine Richtung an, der zweite Jäger scheint ihn noch abhalten zu wollen“, interpretiert Balluch die Bilder. Der Schuss bricht, der Schütze lässt sein Gewehr wieder sinken.

Balluch fordert rechtliche Konsequenzen

Eine Fehlinterpretation? „Balluch bemerkte weder vorher, noch nachher ein Tier, auf das der Jäger geschossen haben könnte“, heißt es in der Anzeige. Dem Jäger müsse bewusst gewesen sein, dass sein Schuss fatale Folgen haben hätte können, heißt es in der Anzeige weiter.

„Jeder Jager, dem ich diese Fotos gezeigt habe, winkte sofort ab und meinte, dem Mann gehöre der Jagdschein entzogen“, sagt Balluch, der Fall müsse auf jeden Fall rechtliche Konsequenzen haben.

Protestiert hatten Balluch und der Verein gegen Tierfabriken gegen die Treibjagd im Jagdgatter der Stiftung Liechtenstein in Hausbrunn. Sie orteten bei der Jagd Tierquälerei. Seit heuer ist die Neuerrichtung von Jagdgattern verboten, die bestehenden dürfen aber weiter betrieben und bejagd werden.