Erstellt am 30. Mai 2016, 16:18

von Michael Pfabigan

Kampf gegen Konkurs. Schmuckkünstlerin muss ihre über 30 Jahre leidenschaftlich zusammengetragene Unikat-Sammlung auflösen.

Schmuckkünstlerin Christine Mark ist als freie Künstlerin bei der Sozialversicherung in der Kreide. Um den Konkurs abwenden zu können, muss sie sich von ihrer über 30 Jahre zusammengetragenen Kunstsammlung trennen.  |  NOEN, zVg

"Anfangs hat es mir schon den Boden unter den Füßen weggezogen" Christine Mark, Mistelbacher Schmuckkünstlerin muss sich zur Abdeckung ihrer Schulden von ihrer über 30 Jahre angesammelte Kunstsammlung trennen.

Warum? Weil die freie Künstlerin der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft zu wenig Beiträge zahlt: „Wenn ich meine Schulden nicht zahle, dann schicken die mich in den Konkurs“, sagt Mark. Und das will sie auf keinen Fall, feiert sie doch demnächst ihr 30-jähriges Berufsjubiläum.

Als freie Künstlerin laufen die Geschäfte nicht immer gut. Und in Marks Leben lief es bei Weitem nicht immer Rund: „Ich hab immer eingezahlt, was ich mir leisten konnte, aber das reichte der Sozialversicherung nicht“, erzählt Mark, immerhin rund um die Jahrtausendwende die zweite Grüne-Gemeinderätin der Stadtgemeinde.

Erster Schritt zur Abwehr

Einen ersten Schritt zur Abwehr des Konkurses hat sie gemacht und ein Viertel der Außenstände beisammen, damit die Versicherung mit ihr über eine etwaige Ratenzahlung redet, muss sie allerdings die Hälfte der Summe haben.

Geld soll über den Verkauf der Kunstsammlung - über 100 Objekte, unter anderem von Günter Esterer, Elsemaria Schwarz, Karikaturen von Georg Polansky, Keramik von Gerda Müller und Uschi Görlitz und vieles mehr hereinkommen. Viele der Künstler sind in der Szene bekannt, „manche von mir hoch geschätzt, aber bisher verkannt“, lacht Mark. Jetzt könne sie sich leicht von ihren „Kindern“ trennen. Und sie hat schon ein nächstes Ziel: Die Ausstellung zum 30-jährigen Berufsjubiläum im Schlössl von 7. bis 9. Oktober.

Interessenten können sich die Werke in Marks Atelier (Landesbahnstraße 4/1, 0664 420 99 28) bis 2. Juni ansehen. Von 3. bis 5. Juni sind sie bei Friedl Umschaids Labyrithkeller in Herrnbaumgarten (jeweils 14 bis 19 Uhr)