Laa an der Thaya

Erstellt am 06. April 2017, 02:33

von Ingrid Fröschl-Wendt

Biotop: Verkauf als letzte Chance. Eine Erweiterung des Feuchtgebietes kann sich die Stadt nicht leisten. Der Kompromiss: Sie würde den Grund verkaufen

Brigitte Ribisch  |  NOEN, Archiv

Seit vergangenem Herbst sammeln Florian Uhl und Hubert Bittmann Unterschriften, um die Ackerfläche neben dem Biotop im Hanfthaler Gewerbegebiet als Wiese zu erhalten. Sie fürchten nämlich, dass eine intensive, landwirtschaftliche Nutzung oder sogar der Bau eines Gewerbebetriebes das ursprüngliche Biotop gefährden würde.

Mit einem Initiativantrag brachten Uhl und Bittmann ihre Bedenken in die letzte Gemeinderatssitzung ein. ProLAA-Umweltstadträtin Isabella Zins trug den Initiativantrag vor. Ein Brief des Umweltanwaltes Herbert Schirl schloss sich dem Ersuchen an. Doch die ÖVP hält den Antrag für nicht umsetzbar. Zu teuer habe man einst die Flächen angekauft, als sie nun stillzulegen.

„Wir können es uns nicht leisten, dieses Gewerbegebiet neben dem Biotop nicht zu nutzen!“Brigitte Ribisch

Das Biotop war zufällig entstanden. Beim Bau des Hofer-Marktes wurden alte Dränagen zerstört, die in der nordöstlichen Ecke des Grundstückes zu einem Wassertümpel wurden. Mit der Zeit entwickelte sich dieser zu einem Lebensraum.

Schon vor mehr als rund zehn Jahren heftig umstritten, einigten sich die Stadtparteien auf einen Kompromiss: Es wurde ein Teil des Grundstückes in der Größe von rund 2,5 Hektar für das Biotop belassen.

Als markante Grenze wurde die Oberleitung verwendet. Gleichzeitig wurde das umgebende Land von einem Rinderbauern als Weide genutzt. Doch der braucht es nun nicht mehr für seine Kühe. Also wurde die Weide nun wieder zum Acker.

Geringe Kompromissbereitschaft aus finanziellen Gründen

VP-Bürgermeisterin Ribisch will aus finanziellen Gründen nicht über den damaligen Kompromiss hinaus gehen. Und appelliert an die Opposition. „Ihr werft uns vor, dass wir finanziell nicht vorsichtig handeln. Wir können es uns nicht leisten, dieses Gewerbegebiet neben dem Biotop nicht zu nutzen“, machte sie klar. Außerdem gäbe es bereits Interessenten für diese Grundstücke.

Doch falls sich Investoren für die Fläche fänden, wurde man gerne verkaufen, schlägt die ÖVP einen Kompromiss vor. 15 Euro soll der Quadratmeter kosten, und man würde die Fläche wieder umwidmen.