Erstellt am 27. April 2016, 04:04

von Michael Pfabigan

Keine Security im Weinlandbad. Ein Mistelbacher hat Angst um die Sicherheit seiner Tochter. Maßnahmen sind ihm zu wenig.

Ein Mistelbacher sorgt sich um die Sicherheit seiner Tochter, wenn Flüchtlinge das Weinlandbad besuchen. Die Gemeinde kennt die Bedenken, mehr Personal oder Security wird es aber nicht geben.  |  NOEN, Pfabigan

„Als Vater einer 13-jährigen Tochter bin ich in größter Sorge und Alarmbereitschaft. Ich erwarte mir als Bürger von Mistelbach, dass die Verantwortlichen der Stadt die Besucherinnen des Bades, unsere Frauen, Mädchen und Kinder, gegen diese enorme Bedrohung schützen!“ Immerhin würden, wie er gehört habe, Asylwerber und Flüchtlinge im Sommer die Möglichkeit bekommen, eventuell sogar kostenlos das Weinlandbad besuchen zu können. Und viele von ihnen seien junge Männer.

Ein Mistelbacher Familienvater wandte sich sorgenvoll an die NÖN und an die Gemeinde: Was die Gemeinde denn zum Schutz der Mädchen und Frauen tun wolle, wollte er wissen? Und er machte auch gleich Vorschläge: Aufstockung des Weinlandbad-Teams, ein eigenes Security-Personal und ein striktes Betretungsverbot des Bades von „Angehörigen diverser frauenfeindlicher Kulturen“.

„Flüchtlinge und Asylwerber werden so 
behandelt, wie alle anderen Menschen auch!“
Bürgermeister Alfred Pohl (ÖVP)

Die NÖN fragte nach: Verteilt die Gemeinde oder der Bürgermeister Gratiseintrittskarten fürs Weinlandbad in den Flüchtlingsheimen? „Nein!“, stellt Bürgermeister Alfred Pohl (ÖVP) klar: „Aber das ist nichts Neues. Vor der Gemeinderatswahl wurde herumerzählt, dass ich Friseurgutscheine verteile!“

Die Linie der Stadtgemeinde sei in der Hinsicht klar: Es gebe keine Gratiskarten und keine Ermäßigungen für Flüchtlinge und Asylwerber: „Die werden so behandelt, wie alle anderen Menschen auch!“, sagt Pohl. Und wenn Caritas, Diakonie oder eine andere Organisation Eintrittskarten für die Bewohner ihrer Einrichtungen kaufen, dann gebe es ebenfalls keine Rabatte. „Ermäßigungen gibt es nur für Studenten, Soldaten und Senioren!“

"Durch Aussperren funktioniert keine Integration"

Stichwort Sicherheit: Übergriffe haben dazu geführt, dass das subjektive Sicherheitsgefühl vieler gesunken ist. Wie will die Gemeinde dem entgegentreten bzw. etwaige Übergriffe im Weinlandbad verhindern? „Die Badeordnung wird in Englisch, Arabisch und Farsi übersetzt und in den Flüchtlingsquartieren - gemeinsam mit der Info, wie man sich in Bädern verhält- zur Kenntnis gebracht“, sagt Vizebürgermeister Christian Balon (ÖVP). Parallel dazu wird natürlich das Weinlandbad-Personal zu mehr Aufmerksamkeit angehalten. „Es wird aber keine eigene Security oder Polizeistreifen im Weinlandbad geben“, sagt Balon. Auch das Personal werde nicht extra aufgestockt.

Warum werden diese Maßnahmen ausreichen? „Ich gehe davon aus, dass die betreuenden Organisationen ihre Flüchtlinge entsprechend informieren, weil es auch in ihrem Interesse ist, dass sich diese an die Regeln halten!“, sagt Pohl. „Baderegeln gelten für alle, auch für Flüchtlinge. Wenn man sich integrieren will, muss man die lernen. Durch Aussperren funktioniert das nicht!“

Kein Burkini-Verbot im Weinlandbad

Im Sportausschuss diskutiert wurde auch das von der FPÖ geforderte Burkini-Verbot im Weinlandbad. „Wenn der Stoff des Burkini der Badeordnung entspricht, kann er nicht verboten werden“, sagt Balon, die Stadtgemeinde habe da genau recherchiert: Es gebe keine Verordnungen gegen Burkinis. „Etwas anderes ist es, wenn wer mit Jogginghose, zwei Leiberl oder Kopftuch baden will. Das ist keine Badekleidung!“, sagt Balon.

Für den Mistelbacher, der um die Sicherheit seiner Tochter fürchtet, sind die Antworten wenig befriedigend: „Auf Grund der Tatsache, dass es also keinerlei Maßnahmen zum Schutz der weiblichen Badegäste geben wird, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass meine Tochter, die bisher eifriger Badegast war, in diesem Jahr das Bad besuchen wird!“

Er fühlt sich durch das Nichthandeln der Stadtregierung im Sinne seiner Vorschläge aus dem Bad vertrieben.


Das Weinlandbad

Die Badesaison im Mistelbacher Weinlandbad startet am 5. Mai, das Bad ist täglich von 9.30 Uhr bis 19 Uhr, im Hochsommer bis 20 Uhr, an Tagen mit über 30 Grad bis 21 Uhr geöffnet.

Infos: www.viellos.at