Erstellt am 20. April 2016, 05:04

von Ingrid Fröschl-Wendt

Keine Stadeln am Siedlungsrand. Gemeinde beschloss ein Bauverbot für landwirtschaftliche Gebäude am Ortsrand.

Eifriges Diskutieren rund um den Ortsplan: Hannes Stöger, Ernst Schütz, Siegfried Stöger, Raumplaner Ernst Pönitz, Bürgermeister Herbert Harrach, Herbert Bruckner und Günter Fritz.  |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

Eine Grundstücksumwidmung zur Grünlandfreihaltefläche, die Landwirten das Bauen von Wirtschaftsgebäuden verbietet?

Da ging einigen Bauern der Hut hoch und eifrig wurden Unterschriften dagegen gesammelt. Also lud Bürgermeister Herbert Harrach (ÖVP) zur Info-Veranstaltung in den Saal des Feuerwehrhauses gemeinsam mit Raumplaner Erwin Pönitz ein und bald waren alle vorhandenen Sessel besetzt.

Man kann es einer jungen Familie, die ihr gesamtes Erspartes in ein Grundstück steckt, nicht zumuten, plötzlich eine riesige Maschinenhalle vor die Nase gesetzt zu bekommen, argumentierte Raumplaner Pönitz. Darum sollen die landwirtschaftlichen Flächen rund um die neuen Siedlungen vor Verbauung geschützt werden. Außerdem wird damit auch der Blick auf das Wahrzeichen von Wildendürnbach, den Galgenberg, erhalten.

„Man kann es einer jungen Familie, nicht zumuten, 
plötzlich eine riesige Maschinenhalle vor die 
Nase gesetzt zu bekommen!“
Raumplaner Erwin Pönitz

Den Bauern stößt das sauer auf. „Ist die Landwirtschaft etwas Gefährliches? Warum sind euch die Siedler mehr wert, als wir Bauern? Uns gibt es schon ewig hier.“ Und: „Im Dorf ist es für die großen Geräte mittlerweile zu eng, wir müssen die Stadeln an den Ortsrand stellen. Aber wenn ich 300 Meter weit hinausrücken muss, ist das ein unnötiger Weg.“ „Und wie bekomme ich dort draußen meinen notwendigen Strom, mein Wasser? Eine neue Leitung zu graben ist nicht billig.“ Die Liste der Einwände der Landwirte war lang.

„Doch der Schutzgürtel der Grünlandfreihalteflächen ist ja nicht um den gesamten Ort, nur entlang der Siedlungen“, argumentiert das Podium zurück. „Aber wenn ich nun mal gerade dort das passende Grundstück habe. Woanders kann ich nicht bauen.“ Ein bäuerliches Grundstück zu erwerben ist nicht einfach, das weiß auch der Bürgermeister aus leidvoller Erfahrung. Trotzdem ist die Umwidmung für die Gemeindeentwicklung notwendig und wichtig.

Gemeinderat stimmte der Umwidmung zu

„Diese Widmung ist die einzige Möglichkeit der Gemeinde, zum Beispiel einen stinkenden Schweinestall direkt neben einem Wohngebiet zu verhindern“, bringt der Raumplaner ein Beispiel und erzählt von einem langwierigen Streit einer Ortschaft. Doch auch das kann man anders sehen. „Jeder möchte Fleisch essen, aber Tierhaltung stinkt nun einmal“, meint ein Jungbauer.

Bald hatten alle ihre Argumente vorgebracht. Zum Schluss wurde noch rund um den Plan oder in kleinen Gruppen diskutiert.

Die endgültige Entscheidung trafen vergangene Woche die Gemeinderäte in einer Sitzung: Bei einer geheimen Abstimmung stimmten zwölf Gemeinderäte für die aufgelegte Umwidmung zu Grünlandfreihalteflächen, fünf sprachen sich dagegen aus.