Kirchstetten

Erstellt am 02. August 2016, 14:01

von Ingrid Fröschl-Wendt

Leben im Sanatorium. Komische Oper: „Don Pasquale“ feierte im Schloss Kirchstetten Premiere. Publikum war von leicht verrückter Komödie begeistert.

Im Schloss Kirchstetten begeisterte die Premiere der heurigen Opernproduktion „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti.
Eigentlich ist die Geschichte schnell erzählt: Ein junges Paar rächt sich am geizigen Onkel, indem sich die Frau als zahmer Lockvogel ausgibt und anschließend die Krallen zeigt, bis der Onkel kapituliert.

Regisseur Czaba Nemedi hatte aus der einfachen Beziehungsstory eine leicht verrückte Opernkomödie gemacht und sie in ein Sanatorium verlegt. „Früher zog man sich gerne aufs Land zurück, um sich zu erholen. Was dort passierte, darüber wurde nicht gesprochen“, erzählt Nemedi schmunzelnd. In seinem Sanatorium Schloss Kirchstetten sind alle ein bisschen abgedreht. „Nur so lässt sich das nicht immer ganz logische Libretto gut erklären.“

Don Pasquale ist also Herr und gleichzeitig Gast eines Sanatoriums – gesungen vom wunderbaren Bass des Leszek Solarski. Ihm gegenüber stehen Doktor Malatesta, alias Mark Zimmermann, als Irrenarzt und Intrigant sowie Norina oder Rodica Vica als Krankenschwester und schrille Wildkatze. Ernesto, alias Milos Bulajic, ist bedauernswerter Neffe und biederer Krankenpfleger, auf Onkels Gnaden lebend.

So fordert die Opernproduktion nicht nur den Stimmen Leistung ab – und Dirigent Hooman Khalatbaris Orchester „Virtuosi Brunenses“ musikalische Perfektion –, sondern auch der Spielfreude und des Komödiantentums.

„Da wir hier so nahe am Publikum sind, müssen wir filmisch arbeiten“, erklärt Nemedi und beruft sich auf große Vorbilder wie „Einer flog über das Kuckucksnest“ oder „Zeit des Erwachens“. Das Ergebnis amüsierte köstlich, das Publikum ließ sich zu Begeisterungsstürmen hinreißen.

Gespielt wird bis 14. August. Von 22. bis 25. August folgen die „Herbstblätter“: Kammermusik im Maulpertschsaal. Mit Donizetti geht es übrigens weiter: 2017 wird seine Oper „Die Regimentstochter“ gespielt.