Drasenhofen

Erstellt am 06. April 2017, 03:26

von Werner Kraus

Umfahrung Drasenhofen: Fertig erst im Herbst ‘19. ASFINAG muss Fertigstellungstermin um einige Monate nach hinten korrigieren.

ASFINAG-Geschäftsführer Alexander Walcher und sein Team stellten sich den, teilweise kritischen, Fragen der Drasenhofener. Vielen geht der Bau zu langsam, die Umfahrung hätten sie am liebsten schon jetzt.  |  NOEN, zVg

Die Gemeinde Drasenhofen lud die ASFINAG ins Dorfzentrum Kleinschweinbarth, um die Bevölkerung über den Stand des Projektes Umfahrung Drasenhofen zu informieren. Und: Wie die Autobahn-Errichter eingestehen mussten, wird der Fertigstellungstermin weiter nach hinten rutschen.

Bürgermeister Reinhard Künzl dankte ASFINAG-Geschäftsführer Alexander Walcher und seinem Team, dass sie vor Ort den betroffenen Ortsbewohnern Rede und Antwort stehen.

Wie ist die Vorgeschichte der Umfahrung? Am Beginn wurde aufgezeigt, wie es im Zuge der krisenhaften Zeiten rund um das Jahr 2008 aus Geldknappheit zur Evaluierung aller Straßenprojekte gekommen war und hier ist auch die Teilung des Abschnittes auf Nord A – Autobahn bis Poysbrunn und Nord B – Umfahrung von Drasenhofen entstanden: Während die Autobahn bis Drasenhofen gebaut wird, wird der Abschnitt zwischen Poysbrunn und Grenze als Bundesstraße mit der Option auf Ausbau zur A 5 errichtet. Seitens der ASFINAG werden mit Unterstützung des Landes NÖ 50 Millionen Euro in das Projekt investiert.

Voraussichtlicher Baustart Ende 2017

„Die Diskussion verlief sehr geordnet“, betont der Bürgermeister, denn alle hätten das Ziel, so rasch wie möglich die Umfahrung Drasenhofen fertigzustellen. „Daran müssen wir auch alle gemeinsam weiterarbeiten“, sagt Künzl.

Auch die ASFINAG hofft, dass die Einsprüche rasch vom Tisch sind und mit dem Bau Ende 2017 begonnen werden kann.

Peter Cajka, der frühere Gemeindearzt, betonte, dass die Verkehrsbelastung kaum erträglich ist. Auch wenn als Zuckerl für die Drasenhofener finanzielle Mittel für Lärmschutzfenster angeboten würden, tröste das nicht darüber hinweg, dass die Belastung enorm sei. Viele hätten diese Maßnahmen bei ihren Häusern ohnehin bereits gesetzt, weil es sonst nicht auszuhalten sei.

„Bei der Gartenarbeit kann man kaum mit seinem Partner sprechen“Peter Cajka

„Bei der Gartenarbeit kann man kaum mit seinem Partner sprechen“, klagte der direkte B 7-Anrainer Cajka. Und: Er leide nachweislich an einer Lungenkrankheit, wobei er vermutet, dass der Feinstaub entlang der verkehrsbelasteten B 7 die Ursache sei.

Auch SPÖ-Gemeinderat Helmut Haupt ist als Briefträger selbst viel auf der Straße unterwegs, quert mehrmals die B 7 und erlebt den Wahnsinn des Verkehrs hautnah.

ASFINAG-Geschäftsführer Alexander Walcher zeigte Verständnis für diese Anliegen, betonte aber, dass leider die gesetzlichen Hürden zu nehmen sind. Bis Herbst 2019 soll Drasenhofen vom Verkehrslärm befreit werden.

Die ASFINAG-Verantwortlichen wurden von Bürgermeister Reinhard Künzl auch auf den Weiterbau in Südmähren angesprochen, wo es aber derzeit keine neuen Erkenntnisse gibt. Zwar gibt es Pläne auf tschechischer Seite und bei der Umfahrung Mikulov soll demnächst mit dem Bau begonnen werden, zeitnah ist eine Autobahnverbindung bis Brno aber nicht realistisch.