Erstellt am 10. Februar 2016, 05:03

von Michael Pfabigan

Genau so macht man es nicht!. Michael Pfabigan über Fingerspitzengefühl in der Flüchtlingsbetreuung.

Zwei Stunden bevor man die minderjährigen Flüchtlingskinder und -Jugendlichen in einen Bus gesetzt hatte, hatten die Betreuer ihnen gesagt, dass sie jetzt verlegt werden. Weg von den Freunden und den bekannten Gesichtern, weg von den Klassenkameraden und der gewohnten Umgebung.

120 Minuten hatten sie ab sechs Uhr in der Früh Zeit, ihre spärlichen Habseligkeiten zu packen und den Bus zu besteigen, der sie von Wilhelmsburg nach Mistelbach brachte. Bei allem Verständnis: Die Entscheidung, dass die zwölf jungen Hilfesuchenden verlegt werden sollen, wird nicht um sechs Uhr morgens gefallen sein.

Das hätte man den Betroffenen schon früher sagen können. Unnötig, das Wecken und Rausschmeißen von Menschen, die durch ihre jüngsten Erlebnisse ohnehin traumatisiert sind. Bei einer solchen Vorgangsweise sollte man einmal hinterfragen, wie qualifiziert diese Betreuungs-Firma in ihrem Umgang mit Menschen auf der Flucht überhaupt ist. Die Vorgangsweise rund um die zwölf neuen Gast-Mistelbacher war es nicht.