Staatz

Erstellt am 24. August 2016, 05:00

von Michael Pfabigan

Das Ziel ist die Verunsicherung. Michael Pfabigan über die Taktik der ausländerfeindlichen Scharfmacher.

Wie nahe der Wunsch zu helfen und pure Ablehnung beisammen liegen, sieht man derzeit in Staatz: Einerseits gründet sich der Verein „Z‘sammStaatz“, der bei der Integration von Flüchtlingsfamilien in der Gemeinde mithelfen will. Auf der anderen Seite schmieren feige Unbekannte an fremde Garagentore ihre ausländerfeindlichen Parolen: „Ausländer Raus“ nur einige Häuser neben einer Flüchtlingsunterkunft ist wohl eine eindeutige Botschaft.

Sie ist Ausdruck einer tiefen Verunsicherung, hervorgerufen von einer verzerrten Wahrnehmung: Ja, unter Asylwerbern gibt es kriminelle Elemente. Aber nicht alle Asylwerber sind kriminell. Genauso wie es bei den Flüchtlings-Gegnern Nazis gibt – aber nicht alle Menschen, die den Zustrom kritisch sehen, sind Nazis.

Die Stimmung wird von manchen genutzt, um billig Politik zu betreiben, Verunsicherung und Ängste zu schüren und die Gesellschaft zu radikalisieren. Im Endeffekt sind all die ausländerfeindlichen Scharfmacher nicht besser als ihr radikalislamisches Gegenüber.