Erstellt am 06. Juli 2016, 03:54

von Michael Pfabigan

Die Wahrheit hat verloren. Michael Pfabigan über die Diskussionskultur um den Nicht-Missbrauchsfall.

Die 13-jährige Mistelbacherin ist nicht die erste Pubertierende, die ein Sexualdelikt erfunden hat. Normalerweise kann die Polizei in solchen Fällen in Ruhe ermitteln und die Wahrheit suchen. Im aktuellen Fall war das aber nicht so.

Dem Mädchen war wohl nicht bewusst, was sie mit ihrer Lüge anrichtete: Erschreckend war, wie schnell eine schuldige Tätergruppe gefunden war.

Und das ohne echte Zeugen, ohne Beweise, ohne Tatverdächtige. Eh klar, dass das die Asylanten waren, hieß es. Wortmeldungen in den sozialen Medien dümpelten auf unterirdischem Niveau dahin. Drohungen, was alles mit „a so an Gsindl“ gemacht werden soll, waren eindeutig und blutrünstig.

Jetzt ist der Fall geklärt, keine Asylanten als Täter. Also alles wieder klar? Von wegen. Der schwarze Peter pickt bei den Asylwerbern. Oder wie es der Ex-Blaue und bekennende Identitäre Manfred Platschka formuliert hat: Egal, ob der Vorfall passiert ist oder nicht, er hat eh schon immer Maßnahmen gefordert, damit‘s nicht passiert.

Sprich: Wahrheit wurscht.