Erstellt am 29. Juni 2016, 05:00

von Michael Pfabigan

Schutz für alle Badbesucher. Michael Pfabigan über die umstrittene Badsperre für Flüchtlinge in Mistelbach.

Ein Sturm der Entrüstung zog über Mistelbach: Nach dem sexuellen Übergriff auf eine 13-Jährige sperrte die Gemeinde am Tag darauf das Weinlandbad für Asylwerber. Für einen Tag - so lange bis Securitys für das Weinlandbad verfügbar waren.

Ein übertriebener Schnellschuss? „Alle Asylwerber werden unter einen Generalverdacht gestellt“, kommentierte Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner und kritisierte die Aktion.

Damit hat er Recht. Denn noch bevor es irgendwelche brauchbare Spuren zum noch immer unbekannten Täter gab, stand für die Meisten schon fest, dass es sich bei ihm nur um einen Asylwerber handeln kann. Und in diesen Chor stimmte die Stadt da leider ein.

Den Schritt, die Asylwerber einen Tag lang vom Weinlandbad fernzuhalten war aber richtig zum Schutz aller Badegäste: Nicht nur vor Übergriffen, sondern auch vor Selbstjustiz derer, die durchaus bereit sind wegen „Lügenpresse“ und „Vertuschern“ selbst für Ordnung zu sorgen: Auf Facebook taten ja manche kund, wie sie sich das vorstellen.