Mistelbach

Erstellt am 10. August 2016, 02:49

von Peter Sonnenberg

So wird aus gut nur gut gemeint. Peter Sonnenberg über Robert Lembacher und die Eishockey-Punkteregelung.

Stell dir vor, du bist aktueller österreichischer Teamspieler, Mitglied eines Vereins, der sich in der letzten Saison für die Play-offs qualifizierte, und im besten Alter – und trotzdem musst du vielleicht deine Karriere beenden, weil du keinen neuen Verein findest. Unmöglich, oder? Nicht im Eishockey, nicht für Robert Lembacher.

Der 27-jährige Wolkersdorfer zittert momentan um seine Karriere, weil er bis dato noch keinen Vertrag für die neue Saison unterschrieben hat. Ein Hauptgrund ist die Punkteregelung der EBEL, die 2007 eingeführt wurde, mit dem an und für sich löblichen Hintergedanken, dass mehr junge Spieler aus Österreich zum Einsatz kommen sollen.

Und das geht so: Insgesamt darf jeder Klub Spieler mit einem Punktewert von 60 im Kader haben. Legionäre verbrauchen je vier Zähler, während junge einheimische Akteure nicht zu den Kaderpunkten beitragen. Allen anderen Cracks wird ein Wert zwischen eins und vier zugeteilt. Und genau dort spießt es sich für routinierte einheimische Spieler.

Denn kratzt ein Verein vor allem aufgrund vieler Legionäre an dieser Marke, wird eher ein blutjunger Spieler geholt, statt einen erfahrenen zu halten. Ganz zu schweigen, dass dieser auch billiger ist. Das spürt auch Lembacher. Wie heißt es so schön: Gutes tun heißt noch lange nicht, Gutes zu bewirken.