Erstellt am 02. Dezember 2015, 05:03

von Nina Wieneritsch

Kritik an Baby-Kühlung. Insider behauptet, dass Neugeborene vor einem notwendigen Transport vom LK Mistelbach ins SMZ-Ost nicht ausreichend vorbereitet würden. Leitende Ärztin klärt auf.

In Neonatologien werden Säuglinge, falls notwendig, speziell behandelt.  |  NOEN, Schindler

Treten in der Schwangerschaft spezielle Komplikationen auf, überweist man werdende Mütter an Neonatologien. Das sind Abteilungen, an denen eine hoch spezialisierte Behandlung erfolgen kann. Das Landesklinikum (LK) Mistelbach hat diesbezüglich eine Kooperation mit dem SMZ-Ost, in dem sich eine solche neonatologische Station befindet.

Auch während der Geburt kann es – trotz Vorsorge – zu Komplikationen kommen, weshalb Neugeborene dann möglichst rasch ins SMZ-Ost gebracht werden müssen. Laut einem Insider aus dem Bezirk Gänserndorf läuft das in der Praxis oft nicht so reibungslos ab.

Babys, die im LK Mistelbach auf die Welt kommen und weitere Versorgung benötigen, würden oft erst viel zu spät ins SMZ-Ost gebracht und auch nicht richtig vorversorgt werden, etwa was die Kühlung der Neugeborenen betrifft. (Kühlung ist notwendig, damit Hirnschäden, falls vorhanden, verringert werden.) Dies würde die Heilung bzw. die Überlebenschance der Neugeborenen stark einschränken.

„Scheinbar lange Zeit wegen Vorbereitungen“

Seitens des LK Mistelbach heißt es dazu: „Bei aller gebotenen Eile steht vor allem die Sicherheit des Kindes im Vordergrund. In seltenen Fällen kommen leider auch wir mit unseren medizinischen Möglichkeiten an unsere Grenzen. Dann ist es wichtig, eine Transferierung rasch einzuleiten, um dem Kind eine hoch spezialisierte Intensiv-Medizin zu garantieren.“

Die scheinbar lange Vorbereitungszeit erkläre sich durch die besondere Sorgfalt, die ein solcher Intensivtransport verlangt: „Es gilt nicht, schwerkranke Kind möglichst schnell loszuwerden, sondern den Transport so sicher wie möglich zu gestalten“, so Jutta Falger, Leiterin der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde.

Heuer hätten zwei neonatologische Notfalltransporte ins SMZ-Ost stattgefunden, die Zeit vom Entschluss zur Transferierung bis zum Abflug habe nie länger als vier Stunden gedauert. Falger ist auch bereit, Missverständnisse mit Betroffenen persönlich zu klären: „Ich würde gerne Unsicherheiten und Ängste aufzuklären versuchen.“