Laa an der Thaya

Erstellt am 12. April 2017, 05:22

von Ingrid Fröschl-Wendt

Wirtschaftsförderung: „Soll endlich gerecht sein“. Die Stadt Laa schüttet eine Förderung aus, jedoch ohne genaue Kriterien. Diese sollen nun endlich erstellt werden. Ein Ansuchen wurde dafür zurückgestellt.

Für den Betrieb Fenz heißt es bezüglich Förderung: „Bitte warten!“  |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

„Das Ansuchen der Firma Fenz war der Anlass, bei dem es uns wieder einmal aufgefallen ist“, sagt Stadtrat David Reiff (SPÖ), „dass wir überhaupt keine Kriterien für die Wirtschaftsförderung haben“ . 30.000 Euro sind 2017 im Gemeindetopf für Wirtschaftsförderungen, Firma Fenz hatte heuer 12.000 Euro davon beantragt. „Wenn wir das so machen wie immer, ist bereits im März fast die Hälfte weg. Was ist, wenn noch weitere Firmen kommen?“

Finanzstadtrat Roman Neigenfind (ÖVP) stellte in der Gemeinderatssitzung unter Protest der Opposition daher den Antrag, dieses Förderansuchen noch einmal in den Ausschuss zurückzuschicken. Ein Gespräch zwischen ÖVP und SPÖ kurz vor der Gemeinderatssitzung hatte den Ausschlag gegeben, obwohl der Antrag bereits durchgewunken schien. „Wir hätten fast so entschieden wie sonst immer. Aber nun wird es Zeit, dass wir etwas ändern“, sagt Reiff. „Das heißt nicht, dass wir Fenz nichts geben wollen. Doch es soll endlich gerecht sein.“

Heuer wurde noch nichts investiert

Neigenfind wurde in der Gemeinderatssitzung noch etwas präziser: „Wir haben uns die Förderhistorie angesehen. Der Betrieb hat schon einige Förderungen erhalten. Aber heuer wurde nichts investiert.“ Das mache es schwierig, eine neuerliche Förderung zu verantworten. Genau das sei an der aktuellen Wirtschaftsförderung auch das Problem, hakt Reiff ein. Jede Laaer Firma kann einfach Geld beantragen und bisher wurde auch immer alles bewilligt. Doch eigentlich müsste es an Auflagen geknüpft sein, an Investitionen, an die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, ohne gleichzeitig ältere Mitarbeiter zu entlassen.

Und dann sei auch noch die Stadtkern-Förderung zu bedenken, greift SPÖ-Listenführer Christian Nikodym weiter aus. „Diese hat zwar vernünftige Förderungen, aber es gibt auch Betriebe außerhalb des Stadtzentrums, die Unterstützung verdienen. Wie hilft man denen?“

Im Moment sieht die SPÖ mehr Fragezeichen als Lösungen. „Das wird ein großer Brocken, aber es muss endlich begonnen werden.“ Bis dorthin muss sich die Firma Fenz in Geduld üben.