Erstellt am 11. September 2015, 05:32

von Sandra Frank und Ingrid Fröschl-Wendt

"Laa ist eine Stadt der Begegnung". Während die Bürgerliste proLAA einen Masterplan zum Thema Asyl fordert, will die Bürgermeisterin diskret helfen.

Bürgermeisterin Brigitte Ribisch sieht die Gemeinde in der Funktion des Vernetzers.  |  NOEN, Archiv

"Andere Gemeinden im Weinviertel und in ganz Österreich sind schon höchst aktiv", heißt es im aktuellen Newsletter der Bürgerliste proLAA.Die Liste übt scharfe Kritik daran, wie die Thermenstadt mit der Flüchtlingsthematik umgeht. „Wo bleibt der Masterplan für Laa an der Thaya?“

proLAA würde sich ein offenes Gespräch wünschen, Informationen an die Bevölkerung, aber auch Gemeinderäte, denn: „Nicht einmal die gewählten Stadt- und Gemeinderäte sind in die Pläne der Bürgermeisterin eingeweiht“, ärgert sich die Liste rund um die Stadträte Thomas Stenitzer und Isabella Zins in ihrer Aussendung.

"Asylanten sind unsere Gäste"

„Wegen zehn Schweden in Laa mach‘ ich ja auch keinen Wirbel“, kontert Bürgermeisterin Brigitte Ribisch. Sie will sich beim Thema Asyl nicht in eine laute Diskussion drängen lassen. „Laa ist eine Stadt der Begegnung, war sie schon immer. Auch die Asylanten sind unsere Gäste und wir müssen darauf achten, dass sie ihre Würde wahren können.“ Darum versucht die Stadtchefin zu helfen, ohne, dass nach außen große Wellen geschlagen werden.

Großunterkünfte, aber auch Container oder Zelte kommen für Ribisch ebenfalls nicht infrage: „Das fördert nur eine Ghetto-Bildung.“ Ribisch ist überzeugt, dass es den Menschen am besten geht, wenn sie in kleinen Einheiten und bei Familien untergebracht werden, die sie unterstützen. „Wir sehen uns dabei als Vernetzer von Hilfe und Helfern. Denn die Gemeinde selbst hat kein eigenes Quartier zur Verfügung.“

Hilfe muss koordiniert werden

An runden Tischen werden daher Vereine und Menschen, die helfen wollen, zusammengeholt, die Hilfe wird koordiniert. „Es hat keinen Sinn, wenn ich allgemein sage, ich brauche drei Fahrräder, dann hab‘ ich am nächsten Tag zehn da. Das gehört in geordnete Bahnen.“

Die Hilfe soll außerdem diskret sein. „Dabei hilft uns unsere LAAde“, spricht die Bürgermeister den Sozialladen an. Die Flüchtlinge bekommen einen Betrag zu ihrer Verfügung, damit können sie günstig in der LAAde einkaufen. „Da ist dann halt ,zufällig‘ das vorhanden, was sie wirklich brauchen, ein besonderes Gewürz oder Babywindeln“, sagt Ribisch.

Quote von 90 Flüchtlingen wird beinahe erfüllt

Vizebürgermeister Georg Eigner weiß: „All das zusammengerechnet erfüllen wir schon beinahe die Quote von 90 Flüchtlingen.“ Und es dürfen noch ruhig mehr werden. Wer helfen will, kann sich bei der Gemeinde oder den beteiligten Vereinen, wie Rotes Kreuz, Pfarre oder LAAde melden.

Nur Geschäftemacher will die Gemeinde nicht unterstützen. Leider gäbe es immer wieder Hausbesitzer, die hoffen, aus ihren nicht bewohnbaren Häusern Kapital zu schlagen – für die Unterkunft wird ja bezahlt. Doch die Wohnungen müssen gesetzlichen Vorschriften entsprechen. „Darauf schauen nicht nur wir als Baubehörde, auch das Land kontrolliert“, stellt Ribisch klar.