Erstellt am 30. September 2015, 15:37

von Ingrid Fröschl-Wendt

Kein Interesse am Zubau. Angst um das Rathaus herrscht derzeit im Lager der Laaer Opposition ProLAA: Zubau steht weiterhin zum Verkauf, Stadt ist nicht interessiert.

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Ausgangspunkt ist die verzwickte Eigentumslage rund um das Rathaus. Dieses besteht aus einem alten, denkmalgeschützten, historischen Teil. Das ist die Seite, die auf den Stadtplatz schaut. Dieser Teil des Hauses gehört zu 87 Prozent der Stadtgemeinde Laa, die restlichen 13 Prozent gehören derzeit einer Immobilienfirma.

Anfangs war dieser Teil im Eigentum der Erste Bank, die auch die Erdgeschossräume rechts vom Eingang innehat. Diese Aufteilung hat sich historisch aus dem Bau des Rathauses ergeben, den die Stadtgemeinde damals nicht alleine finanzieren konnte.

Später wurde Richtung Rathausgasse ein Neubau angefügt. Dieser Neubau beherbergt im Erdgeschoss die Räume der Bank und in den Etagen darüber Mietwohnungen.

Da vor einiger Zeit die Erste Group alle ihre Immobilien abstieß, war auch der Anteil am Laaer Rathaus auf dem Markt. Mehrmals, also 2013 und 2014, wurde im Stadtparlament der Ankauf erwogen und diskutiert. 2013 war die Ablehnung des Kaufes zu einem Preis von 350.000 Euro noch einstimmig. Im März 2014 wären bei einem Wechsel von einer weiteren Immobilienfirma zur nächsten bereits 500.000 Euro zu bezahlen gewesen.

"Laaer Rathaus wird zum Spekulationsobjekt“

Diesmal war ProLAA für den Kauf und hoffte, den Kaufpreis mit den Mieteinnahmen decken zu können. Die Stadtregierung, damals noch unter Bürgermeister Manfred Fass, war aus Spargründen dagegen.

Nun taucht der ehemalige Anteil der Erste Bank erneut bei einer Immobilienfirma auf, diesmal zu einem Preis von 995.000 Euro und die Opposition facht die Diskussion neu an. „Das Laaer Rathaus wird zum Spekulationsobjekt“, schreibt ProLaa in Aussendungen, und: „Das Wahrzeichen der Stadt Laa wird nie mehr ganz den Laaerinnen und Laaern gehören.“

Bürgermeisterin Brigitte Ribisch sieht die Aufregung überzogen. „Der Verkauf ist derzeit kein Thema, das hat uns die Immobilienfirma bestätigt.“ Dass der Rathaus-Teil im Internet aufscheint, hänge mit dem damaligen Verkauf zusammen, der bloß nicht aus dem Netz genommen wurde.

„Wir haben die Zusage, dass bei einem ernst gemeinten Verkauf man zuerst an uns herantreten würde“, sagt Ribisch. Außerdem gehe es ja stets nur um einen Teil des Hauses. „Der historische Teil des Rathauses gehört ohnehin zu 87 Prozent uns. Und am neuen Gebäudeteil, der in der Hand der Immobilienfirma ist, hat die Stadt ohnehin kein Interesse. Das sind nur Mietwohnungen, es ist nicht das Kerngeschäft einer Stadtgemeinde, Wohnungen zu vermieten,“ betont Ribisch.