Erstellt am 13. April 2017, 05:00

von Michaela Höberth

Nach Sitzung: Frust bei Parteien ist groß. proLAA fehlten die wichtigen Themen, ÖVP störte sich am Ton. Die SPÖ verzichtet in Zukunft lieber auf Hickhack.

proLAA-Vorsitzende Isabella Zins: „Wichtige Themen abgewunken.“  |  zVg

Es hätte ein Schritt zu einem besseren Gesprächsklima sein können: proLAA besuchte nach langer Zeit wieder die interfraktionelle Sitzung. Sinn und Zweck des Gremiums ist es, Themen im geschlossenen Rahmen zu diskutieren. Doch nach der Sitzung ist der Frust nur noch größer geworden: „Es wurde dabei nichts Wichtiges besprochen“, so proLAA-Vorsitzende Isabella Zins.

Das machte auch ein Newsletter ihrer Partei nur allzu deutlich: Es wurde darin nicht mit Kritik – vor allem an der ÖVP – gespart. „Wir haben auf wichtige Infos gehofft. Aber brennende Themen wie die neue Ärztin oder ein Primärversorgungszentrum wurden gleich abgewunken“, so Zins im NÖN-Gespräch. Für sie steht fest: Diese Sitzungen wird man nicht mehr besuchen.

„proLAA und die ÖVP zusammen, das funktioniert einfach nicht. Wir wollen konstruktiv arbeiten.“Christian Nikodym, SPÖ

Ähnliche Töne kommen überraschenderweise seitens der SPÖ: Nach dem Newsletter und einem nicht minder kritischen Beitrag der ÖVP auf ihrer Webseite will man nicht länger zwischen den Fronten stehen.

„proLAA und die ÖVP zusammen, das funktioniert einfach nicht“, ist SP-Vorsitzender Christian Nikodym verärgert. Seine Partei möchte nun Einzelgespräche mit den anderen Fraktionen führen. „Wir wollen konstruktiv arbeiten“, ist er das Hickhack leid.

VP-Bürgermeisterin Brigitte Ribisch: „War gutes Gespräch.“  |  zVg

Wer die Aufregung nicht verstehen kann, ist FP-Obmann Manfred Steiner: „Für mich hatten wir ein gutes Gespräch. Vor allem unsere langjährige Forderung nach einer Beleuchtung in den Wehrgärten konnte in der Sitzung endlich auf Schiene gebracht werden“, ist er von dem Unmut überrascht.

VP-Bürgermeisterin Brigitte Ribisch störte sich nur an zwei Diskussionspunkten: „Beim Straßenkonzept und der Barrierefreiheit wurde ein unguter Ton an den Tag gelegt.“ Ansonsten sei das Gespräch gut verlaufen, was den proLAA-Newsletter umso ärgerlicher mache. Die interfraktionellen Gespräche wird es jedenfalls weiterhin geben: „Ich weiche von meinem Weg nicht ab. Mir ist wichtig, dass geredet wird“, so Ribisch.