Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:02

von Josef Christelli

Gefährliche Kreuzung wird pappelfrei. Da es in der „Todeskurve“ beim Hager-Stadel zu mehreren tödlichen Unfällen kam, ordnete Bezirkshauptmannschaft nun die Schlägerung der mächtigen Bäume an.

Zwei Tote in sechs Jahren sind genug. Die alten Pappeln an der Garmannser Straße kommen weg. Die Gemeinde Ladendorf wird für eine Ersatzpflanzung sorgen.  |  NOEN, Josef Christelli

Die Kurve beim Hager-Stadel auf der Landesstraße L 10 von Garmanns-Ladendorf soll entschärft werden. Da innerhalb von sechs Jahren zwei junge Frauen dort ihr Leben gelassen haben, heißt die Kurve im Volksmund nur noch „Todeskurve“. Beide Male sind die Unfalllenkerinnen dort ins Schleudern gekommen und an die Betonbrücke gekracht – mit fatalem Ausgang, wie erst unlängst bei einer 20-jährigen Olgersdorferin.

Das Straßenstück ist mit einer 70-km/h-Beschränkung und Richtungspfeilen abgesichert, bei Regen allerdings dürfte die leichte Kurve recht rutschig sein, weil dort Bäume auf der Bachböschung stehen, die auch die Fahrbahn teilweise „überschirmen“. Damit trocknet die Fahrbahn schlecht ab oder es bildet sich sogar Moos, das die Fahrbahn rutschig macht.

Leitplanke vor Brücke im Gespräch

Erst im Vorjahr war dem Niederleiser Herbert M. ein Ast auf sein Auto gefallen. Zum Glück blieb er unverletzt, der Pkw aber war ein Totalschaden.

Jetzt, nach dem tödlichen Unfall im September, hat die Bezirkshauptmannschaft Mistelbach die Schlägerung der alten Pappeln angeordnet. Vizebürgermeister Erich Zeiler aber kann nachfühlen, wie es den Eltern der jungen Frauen nach den Unfällen geht: „Die Schlägerung der alten Pappeln wurde angeordnet, die Gemeinde Ladendorf hat beim Friedenskreuz ein Grundstück und dort wird sogar eine Ersatzpflanzung vorgenommen“, beruhigt Zeiler. Auch über eine Leitplanke vor der Brücke hat die Gemeinde bei der Straßenverwaltung gesprochen.

FPÖ-Sprecher Manfred Gail ist einverstanden: „Ich bin ein Naturmensch, aber jeder Tote ist zuviel.“ Er ist sicher: Es werden noch mehr Äste abbrechen und die herabfallenden Blätter werden im Herbst bei Nässe die Fahrbahn glitschig machen. „Wir haben die „Pelikan-Wiese“, dort könnten Bäume für Wild und Vögel gepflanzt werden, als Ersatz für die Pappeln“, sagt Gail zur NÖN.


Grüne glauben nicht  an Ersatzpflanzungen

Die Grünen haben aktuell keine Freude mit dem Umschneiden: „Mit den Ersatzpflanzungen habe ich schlechte Erfahrungen“, murrt Herbert Weinwurm. Die SPÖ hat durch Zufall von einer Verhandlung erfahren: „Wir werden vielleicht bei der nächsten Sitzung informiert – ich hoffe es halt ...“, sagt Gemeinderat Markus Hemerka. Größere Probleme scheint er nicht damit zu haben. Die Bürgerliste MUT hat sich bis zum Redaktionsschluss am Montagabend nicht zur Pappelschlägerung geäußert.

Geschlägert werden die Bäume übrigens nicht von der Straßenverwaltung, sondern vom Eigentümer, dem Taschelbach-Wasserverband. Denn die Bäume wachsen bereits auf der Bachböschung.