Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:02

von Michael Pfabigan

Erstes Großquartier öffnet im November. Flüchtlingsquartier-Betreiber der 60- Personen-Anlage erwartet keine Probleme mit den Anrainern.

Das ehemalige Schuster-Gasthaus in Lanzendorf wird ab der ersten oder zweiten Novemberwoche mit Flüchtlingen belegt. Bis dahin sollen die notwendigen Umbauten erledigt sein.  |  NOEN, Michael Pfabigan

"Wir haben die Dreharbeiten im ehemaligen Schuster-Wirtshaus abwarten müssen";, sagt Herbert Eder, Chef der Firma SLC-Europe, die die geplanten Flüchtlingsunterkünfte in Lanzendorf betreuen wird. „Ich rechne damit, dass wir in der ersten oder zweiten Novemberwoche mit der Belegung beginnen können.“

Davor müssen noch einige Umbauten und Adaptionen vorgenommen werden. Befürchtungen von Anrainern, dass sie damit das Durchfahrtrecht über den Schusterwirtshaus-Parkplatz verlieren könnten, wischt er weg: „Dieses Recht ist vermutlich im Grundbuch eingetragen, das bleibt. Das Einzige, was den Benutzern passieren kann, ist, dass ihnen ein Flüchtling freundlich zuwinkt!“, glaubt Eder.

Auch Befürchtungen, dass die Grundstückspreise durch die Nachbarschaft von Asylwerbern verfallen könnten, kann er nicht nachvollziehen: „Das ist ja eine zeitlich begrenzte Aktion. Wir bringen dort ja nicht für die nächsten 120 Jahre Flüchtlinge unter“, sagt Herbert Eder. Der Mietvertrag für das Schuster-Wirtshaus läuft jetzt einmal drei Jahre. „Und die Nachbarschaft kann man sich ohnehin selten aussuchen.“

Drei Asylbetreuer versorgen Flüchtlinge

Die geplanten 60 Flüchtlinge, die dort Platz finden sollen, werden dann von insgesamt drei Asylbetreuern versorgt. Es wird immer einen Nachtansprechpartner geben: „Wir lassen unsere Flüchtlinge in der Nacht nicht alleine.“

Wohnraum für Flüchtlingsfamilien sucht außerdem weiterhin der Verein „Plattform Flüchtlingshilfe Mistelbach“, der sich jetzt auch offiziell Vereinsstrukturen gegeben hat. Erste Obfrau ist Initiatorin Judith Weißenböck. Eine erste Wohnung wird bereits von einer sechsköpfigen Familie aus dem Irak bewohnt. Eine zweite wurde angeboten, hier könnten zwei bis vier Personen Platz finden, an einer Belegung arbeiten die Plattform und die Bewegung Mitmensch gemeinsam.

„Unsere irakische Familie hat endlich ihre Asylwerber-Karte bekommen. Die drei großen Buben haben einen erfolgreichen Start in die Neue Mittelschule hingelegt und bereits Freunde gefunden“, berichtet Vereins-Schriftführerin Martina Beisser. Martina Pürkl und Claudia Skrabal würden fast jeden Tag bei der Familie vorbeischauen, ob alles in Ordnung sei. Und die Deutschkurse machen der ganzen Familie Spaß.

Trotzdem wird Wohnraum für Flüchtlinge in der Stadt weiterhin dringend benötigt.


Verein Plattform Flüchtlingshilfe

Obfrau: Judith Weissenböck

Obfrau-Stellvertreter: Sabine Götzendorfer-Schwelle

Kassierin: Martina Pürkl

Schriftführerin: Martina Beisser

Rechnungsprüfer: Anita Brandstetter, Franz Schwelle

Kontakt:
fluechtlingshilfe.
mistelbach@gmx.at
Kontodaten: Raiffeisenbank im Weinviertel; IBAN: AT12 3250 1000 0002 1709