Ernstbrunn

Erstellt am 17. Mai 2017, 05:00

von Michael Pfabigan

Tod nach Sturz in den Schlamm. Pensionist (80) wollte verhindern, dass die Schlammwelle sein Haus überflutet, und starb.

Die FF Helfens hat in Nodendorf die Straße gewaschen.   |  Josef Christelli

Samstag am frühen Nachmittag ging ein Unwetter mit Starkregen über den Leiserbergen nieder. Der Ort Klement war am ärgsten betroffen. In Niederleis wurden die Ortsstraßen verschlammt. Die Feuerwehren hatten Hochbetrieb.

Besonders tragisch endete das Unwetter in Klement. Ein Hausbesitzer (80) wollte verhindern, dass das Wasserschlammgemisch wie vor sieben Jahren ins Haus eindringt, und eilte in den Garten. Dort stürzte der Pensionist unglücklich.

Nachbar zog Mann aus Schlamm

Regelrechte Bäche flossen aus dem Erdäpfelacker und schwemmten viel Erdreich aus, das dann die Wege und Straßen verschlammte.  |  Josef Christelli

Ein Nachbar sah den Mann gerade noch und zog den bewusstlosen 80-Jährigen aus den knietiefen Wasser-Schlamm-Massen. Klements Feuerwehrkommandant Martin Kellner begann sofort mit der Reanimation, bis das Notarztteam vor Ort war. Der Pensionist verlor den Kampf mit dem Tod um 22.42 Uhr auf der Intensivstation des Landesklinikums Mistelbach: „Vorerst glaubten alle an Herzinfarkt, Todesursache war aber zu viel Schlamm in der Lunge“, so die Witwe zur NÖN.

Der Mann hatte sich beim Sturz eine Rippe gebrochen und dürfte dadurch zu viel Wasser und Schlamm eingeatmet haben, das vermuten jetzt die Hinterbliebenen.

Die Witwe dankt trotz allem Leid dem Krankenhauspersonal: „Wir durften bis zum letzten Atemzug bei ihm bleiben“, so die frühere Krankenschwester aus Wien.

Die Feuerwehr Niederleis im Unwettereinsatz.  |  Josef Christelli

Die Feuerwehren Niederleis und Helfens sowie Freiwillige aus der Bevölkerung kämpften in Niederleis und Nodendorf gegen die Schlammmassen: „Von vier Kartoffeläckern von der Leonhardistraße in Richtung Nodendorf ist das Wasser-Schlamm-Gemisch bis zur Ortsdurchfahrt durch die Gärten geronnen“, so ein Betroffener.

Von der Baustelle eines Eigenheimes wurden Styroporpakete auf die Ortsstraße geschwemmt.

In Niederleis waren besonders die Leonhardistraße, die Kirchengasse und die Hauptstraße betroffen.

Häuslbauer in Not. Manuel Lipp und Birgit Garstenauer sammeln das Styropor wieder ein.  |  Josef Christelli