Erstellt am 22. Januar 2016, 05:03

Manche Vermarkter werden zusperren. Die neue Regelung ruft unter Betroffenen Zweifel darüber hervor, wie es jetzt mit dem Geschäft weitergeht.

Hermann Stich von der Bezirksbauernkammer.  |  NOEN, zVg

400 Betriebe von 1.677 seien in der Landwirtschaft von der Registrierkassenpflicht betroffen, so Hermann Stich von der Bezirksbauernkammer. Darunter auch Weinbauern, Heurigen und Wirte.

Der Versuch, der Steuerhinterziehung entgegenzuwirken, scheint bei der Bevölkerung nicht so gut anzukommen. „Die Stimmung in der Bevölkerung ist sehr schlecht. Die Leute sind verunsichert darüber, welches Registrierkassensystem sie nehmen sollen und prinzipiell, wie es weitergeht“, so Stich. Die Auswahl der richtigen Registrierkasse für den jeweiligen Betrieb befinde sich noch im Prozess.

"Besonders kleine Betriebe leiden unter Pflichten"

„Besonders weh“ tue ihm, dass es vor allem für Eltern und Großeltern, die einen Generationenbetrieb führen, schwer werden wird, die Bedingungen umsetzen zu können und die Kosten zu decken. Ein paar Betriebe hätten auch aufgehört, das liege aber nicht nur an der Registrierkassenpflicht, sondern habe auch andere Gründe. Manche Betriebe, deren Initiatoren schon kurz vor der Pension stünden, würden sich das nicht mehr antun wollen.

Um der Unsicherheit entgegenzuwirken, wurden vier Informationsveranstaltungen ins Leben gerufen: „Zu jeder dieser Veranstaltungen sind bis zu 250 Leute gekommen“, so Stich. Besonders kleine Betriebe leiden unter der neuen Pflicht, da für sie die Kosten, die bei der Anschaffung entstehen, sowie der Zeit-, Personal- und Bürokratieaufwand im Vergleich zum Umsatz sehr hoch sind.

Denn obwohl die Registrierkassenpflicht zwischen „größeren“ und „kleineren“ Betrieben unterscheidet, fällt man schnell in die Kategorie der „größeren“ Betriebe. Die Belegerteilungspflicht gilt für alle Betriebe, unabhängig von ihrer Größe.

Hermann sieht auch Vorteile

Als Beispiel führt Hermann Stich den Süßigkeitenstand im Freibad an: „Zukünftig muss der Verkäufer jedem Kind, das einen Schlecker für zehn Cent kauft, einen Beleg geben und den Betrag in die Registrierkasse eintippen. Der dabei entstehende Aufwand ist die zehn Cent fast nicht wert. Ganz zu schweigen vom Zeitaufwand bei großem Andrang.“

Ähnlich wäre die Situation für Schulbuffets. Doch wie der Direktor der HAK/HAS, Johannes Berthold, mitteilte, würden seit einer neuen Änderung „offene Schulbuffets“, die weniger als 30.000 Euro Umsatz im Jahr machen, sowohl von der Registrierkassen- als auch von der Belegerteilungspflicht ausgenommen sein.

Trotzdem sieht Hermann Stich auch die Vorteile: „Zum Beispiel hat mir aber auch ein Kellner erzählt, er hätte noch nie so schnell kellneriert, wie jetzt. Beim Zahlen gebe er einfach den Betrag in die Kasse ein, sieht, wie viel es ist, und kann gleich kassieren. Die Kundenzufriedenheit steigt.“