Mistelbach

Erstellt am 29. Juni 2016, 08:35

von Michael Pfabigan

20 Jahre Sommerszene - „Wir waren Pioniere!“. Das Sommerevent wandelte sich vom Kulturprogramm im Park zum Wohlfühl-Programm am heutigen Standort.

Sommerszene 2016: Der Platz ist staubfrei, links und rechts der Bühnen gibt es Chill-out-Bereiche. Gastronomie und Musikprogramm sind auf die Unterhaltung von rund 14.000 Gästen pro Saison ausgelegt.  |  Pfabigan

Eigentlich ist sie die am Längsten laufende Veranstaltungsserie in Mistelbach: Die Sommerszene gibt es heuer seit 20 Jahren - mit allen Hochs und Tiefs.

Teil einer Masterarbeit

Gestartet hatte die Sommerszene im Stadtpark als praktischer Teil der Masterarbeit von Erfinderin Sonja Gall. Das Konzept: Ausgewählte Kultur und internationale Kulinarik - ein Vorbild war da sicher der Wiener Rathausplatz mit seinem Sommerfilmfestival.

Ausgelegt war die Sommerszene damals für weniger Besucher: „Das war damals eher eine Chill-out-Area mit Kulturprogramm“, sagt Kulturstadtrat Klaus Frank heute. Denn das Konzept ging auf: Bald platzte der „Sommer im Park“, wie er zwischenzeitlich hieß, aus den Nähten.

Rund 14.000 Besucher

Beschwerden wegen der Veranstaltung im Wasserschutzgebiet im Park waren die Folge. Nicht eben hilfreich waren dabei Bilder in einer Gratiszeitung von im Park urinierenden Besuchern - die „Pinkelszene“ musste aus dem Park verschwinden. Nach einem Zwischenspiel 2001 vor dem Stadtsaal wanderte die Sommerszene an ihren heutigen Platz beim Sportzentrum mit heute rund 14.000 Besuchern und einem Schwerpunkt auf Kulinarik. Die Kultur wich einem Wohlfühl-Musik-Programm.

„Die Sommerszene in ihrer heutigen Form hat nichts mit dem Programm der Entstehung zu tun“, sagt Sommerszene-Erfinderin Sonja Gall: „Wir hatten eine bedeutend größere Kulturdichte. Die Location Stadtpark war einzigartig, das Miteinander großartig und mit der Mistelbacher Sommerszene waren wir Pioniere!“

Sommerszene 2001: Vor dem Stadtsaal wurde der Platz schnell zu eng. Außerdem: Keiner wollte diesen Standort.  |  Pfabigan

Interview mit Sonja Gall, Erfinderin der Mistelbacher Sommerszene

Vor zwanzig Jahren wurde die Mistelbacher Sommerszene, damals noch im Stadtpark, gestartet.

NÖN: Warum haben Sie 1996 die Sommerszene Mistelbach erfunden?
Sonja Gall: Die Sommerszene war vor 20 Jahren meine Diplomarbeit für das erste Masterstudium in Österreich.

Gab es für die Sommerszene Vorbilder?
Gall: Die Sommerszene war in unserer Gegend ein Pionierprojekt. Das Projekt - gehobene Kultur trifft internationale Gastronomie - war der Anreiz. Damals war das Programm noch viel mehr auf Kultur ausgerichtet.

Wie hast du dir damals die Sommerszene im 20. Jahr vorgestellt?
Gall: Die damalige Mistelbacher Wirteszene war hoch motiviert . Es gab nach dem Starklar der Gemeinde ein unheimliches Tempo bis zur Fertigstellung der Hütten und des internationalen Speiseplans. Es ergab sich eine tolle Eigendynamik mit Niveau.