Mistelbach

Erstellt am 14. Juli 2016, 04:23

von Victoria Schmidt

Aufbahrungshallen-Neubau schon 2017. Da der Karner, die alte Aufbahrungshalle, zu klein und nicht barrierefrei ist, ist eine neue Aufbahrungshalle in Planung.

Der romanische Karner, heutzutage als Aufbahrungskapelle verwendet, befindet sich neben der Stadtpfarrkirche in Mistelbach. Für die heutigen Anforderungen ist er zu klein.  |  NOEN, Valerie Schmid

Laut der Stadtgemeinde sei eine neue Aufbahrungshalle „in Planung“. Gespräche über Standort und Optik würden laufen. Und 2017 soll jetzt endlich gebaut werden.

Im Moment werden Verstorbene im Karner aufgebahrt, dem runden Gebäude neben der Stadtpfarrkirche. Jedoch wird das „Gebeinhaus“ aufgrund seiner Enge zunehmend zum Problem: „Es haben nur wenige Leute drinnen Platz, etwa 20 bis 30. Der Rest muss draußen bleiben, auch bei Regen“, sagt Stadtpfarrer Pater Hermann.

Für gehbehinderte Menschen ungeeignet

Und die Stufen machen es gehbehinderten Menschen unmöglich, das Gebäude zu betreten. „Die müssen hinauf getragen werden“, sagt Manfred Kreutzer von der Gemeinde.

Die Planungen einer neuen Aufbahrungshalle laufen schon seit fast zehn Jahren, die Pfarre hat schon mehrmals wegen einer neuen Halle angefragt – bis jetzt ohne Erfolg. Es fehlen die finanziellen Mittel, heißt es.

„Kommendes Jahr setzen wir das Projekt um!“, kündigt Bürgermeister Alfred Pohl an, der Gemeinderatsausschuss werde jetzt mit den konkreten Planungsarbeiten beginnen. Und: Die Planungen könnten rasch abgeschlossen werden: Zum einen gibt es den Wunschkatalog aller Beteiligten schon aus Vorarbeiten des Gemeinderatsausschusses der vergangenen Legislaturperiode - die Gemeinderäte machten damals sogar Exkursionen und sahen sich Projekte an. Zum anderen soll der Bau in der Hochgasse hinter dem Kriegerdenkmal ein schlichter Zweckbau ohne viel Schnickschnack werden.

Entfernung zur Kirche spielt große Rolle

Eine Halle, in der man sich von den Toten würdig verabschieden kann. Ein teures Mausoleum, das alle Stückerl spielt, ist im knappen Gemeindebudget ohnehin nicht drin. Nach derzeitigen Konzepten wird bei den Toiletten für die Aufbahrungshalle auf die vorhandenen, nahen Friedhofsklos zurückgegriffen.

Die Entfernung zur Kirche spielt in der Planung eine große Rolle: Denn ist die Halle zu nahe an der Kirche, muss sie sich architektonisch an deren Stil anpassen. Ist sie zu weit entfernt, bedeutet das mehr Gehzeit für die Trauernden.

Die neue Aufbahrungshalle soll übrigens multikonfessionell sein, also für alle Verstorbenen zur Verfügung stehen. Im Karner werden nur Katholiken aufgebahrt.