Mistelbach

Erstellt am 08. Februar 2018, 05:00

von Michael Pfabigan

Baufällige Häuser werden abgerissen. Unternehmer Leopold Poyss kaufte vier Häuser in der Oberhoferstraße. Jetzt sucht er einen Bauherren für Projekt.

Der Abriss läuft: Unternehmer Leopold Poyss kaufte vier Häuser in der Oberhoferstraße und will das Areal für ein Wohnbauprojekt nutzen. Noch sucht er eine Wohnbaugesellschaft.  |  Michael Pfabigan

Die Oberhoferstraße, nicht unbedingt Markenzeichen für urbanes, städtebauliches Feeling, wird in absehbarer Zeit ein neues Gesicht bekommen:

Denn Unternehmer Leopold Poyss hat vier Häuser von der Kreuzung Neustiftgasse (Höhe Kino) stadteinwärts erworben und begonnen, die baufälligen Häuser – vorerst nur Mistelsteig-seitig – abzureißen. In der Oberhoferstraße erfolgt der Abriss diese Woche. Gesamtfläche: 2.500 Quadratmeter.

„Wenn wir Bauland, das innerstädtisch brachliegt, nicht nutzen, bekommen wir kein weiteres Bauland vom Land genehmigt!“Christian Balon (ÖVP), Vizebürgermeister

„Wie das Areal jetzt weiter verwertet wird, ist noch offen“, sagt Poyss auf NÖN-Anfrage. Es laufen Gespräche mit Wohnbaugenossenschaften, da sich zentrumsnahes Wohnen in diesem Bereich besonders anbieten würde und die Stadt an ihrer Nordseite ohnehin einen Bauboom erfährt. „Konkretes hat sich aber noch nicht herauskristallisiert“, berichtet Poyss.

Bis eine endgültige Verwertung gefunden ist, soll die Fläche als Parkfläche genutzt werden. Poyss und die Stadtgemeinde bzw. Verkehrs-Stadtrat Peter Harrer wollen da grundsätzlich zusammenarbeiten, ein konkreter Vertrag ist noch ausständig: „Offen sind noch die Mietkosten, wer errichtet und wie viel Fläche von der Stadt genutzt werden darf“, bestätigt Verkehrs-Stadtrat Peter Harrer. Darüber werde man jetzt, nach dem Abriss der Gebäude, verhandeln.

Christian Balon: "Wichtiger Schritt der Weiterentwicklung"

Dass sich in diesem Bereich der Stadt etwas städtebaulich tut, liegt ganz im Interesse der Stadtgemeinde, sagt der dafür zuständige Vizebürgermeister Christian Balon: „Wenn nicht mehr bewohnbare Altbestände in der Stadt weggerissen und durch neue Einheiten ersetzt werden, sparen wir uns die weitere Versiegelung von Grünflächen“, weiß Balon. Besonders in einer derartigen Zentrumsnähe sei das wünschenswert.

„Ich sehe das Projekt als wichtigen Schritt der gesamten Weiterentwicklung der Oberhoferstraße“, erzählt Balon. Dieses Areal der Stadt ist bereits intensiv analysiert: Hier ist die innerstädtische Bevölkerungsdichte sehr gering. „Es wohnen gerade mal 17 Einwohner am Hektar“, sagt Balon, das entspreche nicht der Siedlungsdichte eines städtischen Gebietes. „Wir müssen dieses Viertel weiterentwickeln. Wenn wir Bauland, das innerstädtisch brachliegt, nicht nutzen, bekommen wir kein weiteres Bauland vom Land genehmigt“, erklärt der für Raumplanung zuständige Vizebürgermeister.

Und noch einen Vorteil haben Wohnbauprojekte in Zentrumsnähe: „Sie bringen mehr Menschen ins Stadtzentrum, wovon unsere Wirtschaft profitiert“, sagt Balon: „Wir sehen das Projekt sehr positiv.“