Mistelbach

Erstellt am 12. Juli 2017, 05:00

von Michael Pfabigan

Neumarkt vor dem Aus. Erstmals werden offensichtliche Probleme des Freitagsmarktes im Zentrum eingestanden. Nehmen Kunden das Angebot im Herbst nicht an, dann ist es wohl das Ende.

Gähnende Leere: Der Neumarkt lockt nicht, wie erhofft, die Kunden ins Zentrum. Die Besucher bleiben aus, die Marktfahrer springen ab und sogar die Foodtrucks verzichteten in den vergangenen Wochen auf ein Gastspiel in Mistelbach.  |  Michael Pfabigan

Die Standler werden immer weniger und in den vergangenen drei Wochen ließ auch die Anwesenheit eines Foodtrucks auf sich warten: Vor drei Wochen gab´s noch ein „Missverständnis“ und die Gastronomie auf Rädern fiel beim Neumarkt aus, in der Vorwoche baute er seine Zelte wieder ab, noch bevor die Gemeinde die Standgebühr eintreiben konnte - und diese Woche kam überhaupt keiner mehr.

Der Neumarkt vor dem Mistelbacher Rathaus hätte, zum Vorzeigeprojekt der Stadt und des Stadtmarketings werden sollen. Jetzt, nach rund einem dreiviertel Jahr (brutto, da eine nicht geplante Winterpause abgehalten wurde), steckt er in der Krise.

„Das Gerede hat uns tot gemacht!“Erich Fasching, Citymanager in Mistelbach, über den nicht florierenden Neumarkt

Dass der Standort Neumarkt ein schwieriger ist, gestand der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ein: Denn ab 4. September wird der Montagsmarkt – die Marktfahrer hatten mit massiven Umsatzeinbußen vor dem Rathaus zu kämpfen gehabt – wieder auf seinen früheren Platz zwischen H&M und Kunstladen Foto Puchner verlegt. Der Samstagsmarkt rückt zum Glasdach bei der Bushaltestelle.

„Der Neumarkt ist nicht zufriedenstellend. Bei weitem nicht“, gesteht auch Citymanager Erich Fasching ein. Woran liegt´s? Einerseits am nicht optimalen Standort. „Außerdem war die Nachfrage nach einem Markt nicht in dem Maße da, wie ursprünglich angenommen.“ Und die, die den Markt immer wieder gefordert hätten, ließen sich nicht dort blicken.

Anpassungen im Herbst

Nicht hilfreich sei auch die politische Diskussion rund um den Markt gewesen: „Das Gerede hat uns tot gemacht!“

Kritik am Markt kommt von der Bürgerliste LAB, die ursprünglich für den Markt war. Jürgen Fenz sieht Konzeptlosigkeit und Geldverschwendung: Die Verlegung der Hauptplatzeinfahrt und die Infrastrukturmaßnahmen hätten um die 100.000 Euro gekostet. Wurde Geld verschwendet? Nein, sagt Fasching, denn die Verlegung von Stromkabeln im Norden des Hauptplatzes hätte ohnehin erfolgen müssen.

Wie geht es jetzt weiter? Im Herbst werde es einige Anpassungen geben: „Dann müssen die Kunden entscheiden, ob es ihn weiter geben soll. Einen neuen Standort wird es allerdings nicht geben.“

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