Mistelbach

Erstellt am 11. April 2018, 05:01

von Christina Ott

Streit um Sommerszene: „Es passt nicht mehr!“. Kommt der Beschluss, dass die Nachtzeit eine Stunde vorverlegt werden muss, könnte es für die Gastronomen wirtschaftlich schwierig werden.

Die Sommerszene-Gastronomen befürchten im Falle einer Verschiebung der Nachtzeit wirtschaftliche Einbußen: Erwin Würrer (Imbiss Würrer), Konstantinos Fokianos (Taverna Gyros), Thomas Schilling (Gasthaus Schilling) und Reinhard Kruspl (AltesDepot).  |  Christina Ott

Im Konflikt rund um die Sommerszene und lärmgeplagte Anrainer melden sich jetzt auch die Gastronomen, die jährlich für das leibliche Wohl der Besucher sorgen, zu Wort.

Wie die NÖN bereits berichtete, wird momentan von Volksanwaltschaft und dem Land NÖ geklärt, was veranstaltungsrechtlich tatsächlich erlaubt ist. Konkret geht es darum, ob die Nachtzeit von 23 Uhr auf 22 Uhr nach vorne verlegt werden muss.

Die Gastronomie befürchtet Verluste

„Wenn jetzt um 22 Uhr die Musik aufhören würde, gehen die Leute heim“, klagt Reinhard Kruspel vom Alten Depot, der bereits seit Jahren einen Stand in der Sommerszene betreibt. „Die Rahmenbedingungen passen dann nicht mehr – weder für uns, noch für die Gäste.“

Wirtschaftlich würde es dann schwierig werden. „Es bleiben für uns auch keine Alternativen, wir können nicht schon um 16 Uhr anfangen, weil dann kommt keiner“ , so Kruspel. Einig sind sich die Wirte darüber, dass die Sommerszene definitiv ein Highlight im Stadtleben darstellt, die Besucherzahlen würden für sich sprechen.

„Man hört oft, es soll sich mehr tun und mehr bewegen, aber den bestehenden, gut gehenden Veranstaltungen werden dann solche Steine in den Weg gelegt“, kritisiert Thomas Schilling. „Wir beleben die Stadt und schaffen Arbeitsplätze, haben aber Jahr für Jahr immer mehr Auflagen zu erfüllen.“

Wirtschaftlich würde es daher immer problematischer werden, denn auch die Arbeitskräfte müssten bezahlt werden.

„Die Rahmenbedingungen passen dann nicht mehr – weder für uns, noch für die Gäste!“Reinhard Kruspel, Sommerszene-Wirt

Die Anrainersorgen wären verständlich, jedoch sei für den Lärmschutz bereits viel getan worden – unter anderem wurden Richtlautsprecher installiert und die Bühne weg vom direkt bewohnten Gebiet gedreht.

„Man muss sich dann schon fragen, ob es gerecht ist, dass ein paar Leute über einige Tausend entscheiden, denen die Sommerszene gefällt“, gibt Konstantinos Fokianos von der Taverna Gyros zu bedenken.

Die Gastronomen hoffen nun auf eine baldige Klärung: „Jedes Jahr gibt es kleine Reibereien, irgendwann gehört dann auch mal eine gewisse Rechtssicherheit rein“, fordern sie.