Erstellt am 16. Juni 2016, 05:00

von Michael Pfabigan

Mistelbacher Filmemacher präsentieren neuen Streifen. Die Mistelbacher Filmemacher Simon Wieland und Andreas Kuba stellten ihren neuen Film „Unser Kampf“ vor.

Vorpremiere für den neuen Film von Andi Kuba und Simon Wieland. Auf dem Foto die Familie von Mira Kurz mit Kindern, Enkelkindern und Schwiegerkindern: (v.l.) Enkelkinder, Sohn Arie links neben Mira Kurz, Mira Kurz, Irit Kurz, Simon Wieland, Andreas Kuba, Landesrat Karl Wilfing, weitere Enkel und Schwiegerenkel.  |  NOEN, Roman Beisser/Land NÖ
Die beiden Mistelbacher Filmemacher Simon Wieland und Andreas Kuba präsentierten in der Vorwoche ihren neuesten Streifen: Der 90-minütige Film „Unser Kampf. Eine Familie - Drei Generationen - Neun Kriege“, der für Kino und ORF produziert wurde, porträtiert 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine israelische Familie in drei Generationen.

Metro-Kino bis zum letzten Platz gefüllt

Es ist die Geschichte der aus Wien stammenden Holocaust-Überlebenden Mira „Fritzi“ Kurz, 85, sowie ihrer Kinder und Enkelkinder in Israel - dem wohl meist gehassten Land der Welt. Die Vorpremiere des Films fand im Beisein der ganzen Familie von Mira Kurz, die alle extra aus Israel angereist waren, im bis zum letzten Platz gefüllten Metro-Kino in Wien statt.

Der Film zeigt anhand des Mikrokosmos dieser Familie die Auswirkungen der Shoa (nationalsozialistischer Völkermord an den Juden Europas) auf die Schicksale, die Lebenswelten und die Traumata aller Familienmitglieder. Er dokumentiert, wie der Holocaust bis heute den Staat Israel und die Familie belastet, die in permanentem Ausnahmezustand lebt.

"Berührender und authentischer Film"

Oder, wie Mira „Fritzi“ Kurz es ausdrückt: „Alle unsere Erinnerungen sind mit Kriegen verbunden. Wir können nicht fünf Minuten sprechen; ohne irgendeinen Krieg zu erwähnen. Unglaublich. Ein wunderbares, verfluchtes Land!“

Landesrat Karl Wilfing freute sich über die Einladung zur Filmpremiere. „Ein berührender und authentischer Film über das Leben einer Familie in Israel, die ihren Ursprung in Österreich hat und die vor einem verbrecherischen System flüchten musste. Mira Kurz hat mir erzählt, dass sie nach über 70 Jahren noch immer Heimweh nach Wien hat, was mich sehr bewegt hat“, zeigte sich Wilfing betroffen und zugleich beeindruckt vom Film und der Lebenskraft von Mira Kurz.

Zur Person: Mira Kurz

Mira (Miriam) Kurz, geborene Fritzi Rosenstock, wurde in Wien geboren und lebte da bis zur Flucht vor den Nationalsozialisten. Über das damalige Jugoslawien, wohin sie geflüchtet waren, aber letztlich auch dort in ein Konzentrationslager kamen, fand sie ihre neue Heimat in Israel, wo sie ihren späteren Mann Jakow kennenlernte, der aus Polen stammte, und der einzige Überlebende seiner Familie war.
Sie gründeten eine Familie mit zwei Kindern, Irit und Arie, die selbst wieder je zwei Kinder haben. Sie leben in einem Land, in dem seit dem Zweiten Weltkrieg neun Kriege stattgefunden haben und in dem fast ständig Ausnahmezustand herrscht. Sie kämpfen dort seit 75 Jahren ums Überleben - als Opfer und als Täter.


Der Film

Drehkonzept: Simon Wieland unter Mitarbeit von Andreas Kuba
Regie: Simon Wieland
Kamera: Simon Wieland
Ton: Simon Wieland
Musik: Peter Kaizar u.a.
Produzent: Simon Wieland
Produktionsleitung: Michael Holzinger
Förderung: Filminstitut
Fernsehbeteiligung: ORF (Film/Fernseh-Abkommen)
Drehort: Israel/Wien
Drehzeit: November 2013 - Oktober 2014
Fertigstellung: Frühjahr 2016