Erstellt am 26. März 2016, 05:04

von Ingrid Fröschl-Wendt

Mit Fabel aufgeräumt. Historiker Rudolf Fürnkranz arbeitet sich immer tiefer in die Geschichte der Thermenstadt vor und verewigt sie in Büchern.

Präsentation des zweiten Bands der Laa Chronik von Stadthistoriker Rudolf Fürnkranz mit Kulturstadtrat Georg Eigner - mit dem restaurierten Ratsprotokoll, Gerlinde Fürnkranz, Rudolf Fürnkranz und Bürgermeisterin Brigitte Ribisch (v.l.).  |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

Unter enormen Publikumsinteresse präsentierte Laas Stadthistoriker Rudolf Fürnkranz im Festsaal des Rathauses den zweiten Teil seiner Stadtchronik von Laa „Von den Anfängen bis 1600“.

Nach seinem ersten Teil der Chronik, die von 1800 bis in die Gegenwart reichte, war Fürnkranz nun noch tiefer in die Geschichte eingetaucht. Er legte eine Chronik von den Anfängen der Stadt bis 1600 vor. Das wäre ihm nie möglich gewesen, wenn er sich nicht von seiner Jugend an mit der Laaer Stadtgeschichte beschäftigt hätte und so einen Vorsprung an Wissen und Unterlagen gehabt hätte, wie der Historiker selbst berichtete. Trotzdem war es an seiner Gattin, die wie Fürnkranz selbst Lehrerin an der Laaer HAK gewesen war, ihn zum Durchhalten anzustacheln.

Ansturm auf Bücher und Autogramme

Im Zuge seiner unerbittlichen Forschung räumte Fürnkranz auch mit einer Lieblingsfabel der Laaer auf. Angeblich habe Aeneas Piccolomini, der spätere Papst Pius II., einst die Pfarre Laa innegehabt und dabei den berühmten Spruch getan: „Du uralte Stadt Laa bist die Nebenbuhlerin Venedigs, so wie diese mitten im Koth, liegt jene mitten im Meer.“ Diese Mär widerlegte er hieb und stichfest. Fürnkranz las bei der Präsentation aus zwei weiteren Abschnitten der Laaer Geschichte vor: Den Wiedertäufern und die Umstände als das protestantische Laa wieder „katholisch“ gemacht wurde.

Fürnkranz wäre nicht leidenschaftlicher Stadthistoriker, würde er sich nicht auch um die Laaer Urkunden kümmern. Denn als Hüter des Laaer Stadtarchivs liegen ihm besonders die historischen Ratsprotokolle am Herzen, deren umfangreicher Inhalt wichtiger Zeuge für seine Chronik wurde. Ein Exemplar der Jahre 1599 bis 1604 konnte bereits restauriert werden und wurde ebenfalls präsentiert. Weitere Bände sollen folgen, wenn sich nach der Hoffnung von Fürnkranz und Bürgermeisterin Brigitte Ribisch Buchpaten finden.

Raufte man sich vor Beginn der Lesung um die Sitzplätze, so war es am Schluss dasselbe als es um Bücher und um Autogramme des Autors ging. Band 2 der Laaer Stadtchronik „Landesfürstliche Stadt Laa an der Thaya – Von den Anfängen bis 1600“ gibt es in den Laaer Buchgeschäften.