Erstellt am 06. Mai 2016, 07:04

von Edith Mauritsch

Modellbank der Aufsicht. Raiba-Generalversammlung: Spareinlagen es Wolkersdorfer Instituts stiegen trotz niedriger Zinsen. Die Finanzmarktaufsicht erkor die Bank als Modellbank für Liquiditätsberechnung.

Geschäftsleiter Franz Friedl, der wiedergewählte Obmann Johann Schramm, die neubestellte Regionsobfrau Hofrat Brigitte Schuckert, der emeritierte Regionsobmann Karl Gemeinböck, Aufsichtsratsvorsitzender Oberlandwirtschaftsrat Anton Gindl und Geschäftsleiter Reinhard Kerbl bei der ordentlichen Generalversammlung der Raiffeisenbank Wolkersdorf.  |  NOEN, Edith Mauritsch

Durchaus erfreuliche Zahlen präsentierte die Raiffeisenbank Wolkersdorf anlässlich der ordentlichen Generalversammlung.

Das schwierige wirtschaftliche Umfeld, nationale und internationale Rahmenbedingungen, die marginale Zinsspanne und nicht zuletzt überbordende Regulierungen im Finanzbereich machen eine strategische Neuausrichtung der Bank notwendig.

Dass sich die Kunden trotz fast nicht mehr vorhandener Habenzinsen in schwierigen Zeiten nicht vom Sparen abhalten lassen, zeigt der Anstieg der Kundeneinlagen um 6,2 Prozent auf mehr als 192 Millionen Euro.

Mit einem eklatanten Plus von 27 Prozent bei den Ausleihungen auf den historischen Höchststand von 127,4 Millionen Euro ist von Kreditklemme keine Spur. Umsichtiges Management verhalfen der Bank zu anrechenbaren Eigenmitteln von fast 20 Millionen Euro – mit 15,1 Prozent damit weit über dem gesetzlichen Erfordernis.

Dass der Jahresgewinn mit knapp 520.000 Euro im Vergleich bescheiden ausfällt, liegt nicht an unnötigen Ausgaben, sondern an stetig abnehmenden Gewinnspannen und zunehmend strengeren Bewertungsrichtlinien.

Dass das Überleben für eine etablierte Bank in einer boomenden Region alles andere als leicht ist, zeigen Prognoseberechnungen der Entwicklung bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen.

Kerngeschäft und Sparen bei Personalkosten 

Geschäftsleiter Reinhard Kerbl dazu: „Wir konzentrieren uns auf das ertragreiche Kerngeschäft und es wird leider auch Einsparungen bei den Personalkosten geben müssen. Die Maßnahmen beginnen zu greifen, trotzdem ist darüber nachzudenken, ob das Geschäftsmodell einer Primärbank in Zukunft gewinnbringend sein kann.“ Um mit etwas gequältem Lächeln zu verkünden, dass die Finanzmarktaufsicht die Raiffeisenbank als Modellbank für Sonderberechnungen für Liquiditätsmanagement auserkoren hat und auf einen Besuch zur Überprüfung des Wohlverhaltens vorbeikommt.

An der Geschäftsführung kann es wohl nicht liegen, streute doch die externe Revision in Person von Franz Gindl dem Management Rosen für die Art und Weise, wie Herausforderungen angegangen werden – uneingeschränkten Bestätigungsvermerk inklusive.

Der Generalversammlung angeschlossen war eine kleine Feier zum 60-jährigen Bestehen der Bank. Gegründet am 6. April 1956 mit Ökonomierat Georg Gindl – übrigens der Vater des heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden – und mit Unterstützung des damaligen Präsidenten des österreichischen Bauernbundes Josef Kraus, wies die erste Bilanz Einlagen von putzigen 468.000 Schilling aus.

Der Vergleich zu heute zeigt eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte.


Im Detail

Kundeneinlagen 192,4 Mio.

Davon

  • Spareinlagen 106,83 Mio.
  • Veranlagungen im Wertpapierbereich 57,3 Mio.
  • Ausleihungen 127,4 Mio.
  • Eigenmittel 19,95 Mio. das sind 15,1%
  • Bilanzsumme 245,8 Mio.
  • Bankstellen 6
  • Mitarbeiter 40