Erstellt am 05. März 2016, 05:04

von Ingrid Fröschl-Wendt

Moderne Energie-Technik am Gutshof. Photovoltaik-Anlage versorgt Hof mit Strom und fügt sich perfekt und beinahe unsichtbar in das Ensemble der Dachflächen.

Anton Smolak von der PVT Austria in Neudorf, Projektant und Fachmann Ferdinand Eder und Gutsbesitzer Robert Harmer vor der 120 Kilowatt Anlage auf dem Süd-Dach des Gutes Alt-Prerau.  |  NOEN, Ingrid Fröschl-Wendt

Moderne Energie-Technik und ein historischer Gutshof, passt das zusammen? Robert Harmer, Besitzer des Guts Alt-Prerau, macht es vor und zeigt überaus zufrieden auf das 100 Meter lange südseitige Dach des großen Gutshofes, alles in einheitlichem Dunkelgrau.

Kaum als Photovoltaik-Module zu erkennen, versorgen sie den Hof mit der Hälfte des durchschnittlichen Strombedarfs. Und der ist vor allem im Sommer gewaltig: Bewässerungspumpen, Trocknungsanlagen und Kühlhäuser hat der Biohof zu betreiben. Doch das 100 Meter lange und neun Meter hohe Dach trägt mit den neuen Modulen einen Stromproduzenten von 120 Kilowatt-Stunden und gehört neben den freistehenden Anlagen von Ferdinand Eder in Friebritz (400 kWh) und Familie Wild in Wultendorf (350 kWh) zu den größten der Region.

Bessere Ausbeute durch Silicium-Kristalle

Da Harmer gerne möglichst energieautark wäre, hat er sich ein exklusives Model geleistet: Die Silicium-Kristalle sind besonders rein, damit ist die Ausbeute auch bei diffusem Licht besser als bei durchschnittlichen Modulen und sie verlängern die Lebensdauer. Nach 25 Jahren sei noch immer mit einem Wirkungsgrad von 85 Prozent zu rechnen. So sei trotz höherer Kosten die Wirtschaftlichkeit gegeben, rechnet Harmer vor. Und zum Dritten ist für den Biobauern Ökostrom ohnehin eine Notwendigkeit, kann er mit dieser Anlage doch 78 Tonnen CO2 im Jahr einsparen.

Auch ein Zweiter freut sich über diese Anlage: Anton Smolak konnte in seinem Neudorfer Photovoltaik-Werk diesen Sonderwünschen nachkommen. Für die Montage auf dem Dach des historischen Gutshofes war außerdem einiges an Flexibilität gefordert. Denn Module und Rahmen sind in einem dunklen Grau und unterscheiden sich kaum von der restlichen Dachfläche des Ensembles. Dies war eine der Bedingungen des Hausherren: Die Optik des alten Gutshofes sollte durch die moderne Rahmung der Module nicht gestört werden.