Erstellt am 29. Februar 2016, 09:25

von Gregor Kobelkoff

Musik verbindet. Ein Benefizkonzert in Obersdorf begeisterte im Zeichen der Menschlichkeit und Toleranz, Musik aus aller Welt und vielen Musikrichtungen von Operette bis Jazz machten diesen Abend zu einem Erlebnis der besonderen Art.

Benefizkonzert für die Wolkersdorfer Flüchtlingshilfe: Msgr. Leopold Mathias, Thomas Perschl, Bürgermeisterin Anna Steindl, GR Elisabeth Fischer, Mamuka Nikolaishvili, Stadträtin Gabriele Grames, Stadtrat Dominic Litzka, Christoph Schuster, Martin Neid, Heike Dörfler, John Holder, Roland Fieger, Sophie Banfálvi, Harry Grössing, Max Heller, Alexander Dostal, Michael Gadinger, Richard Pleil, Daniel Achter, Ortsvorsteher Sebastian Neid, Stadtrat Gottfried Hirschbüchler. Sophia Mae Tabassi, Ellen Muhr, Alexander Blach-Marius, Harald Rammelmann, Reinhard Jaschka.  |  NOEN, Foto: zVg
„We are the world, … so let`s start giving.“ sangen die Künstler und die über 300 Besucher sangen mit. Drei Stunden Musikgenuss lagen schon hinter den Besuchern des Benefizkonzerts, das den Obersdorfer Kultursaal bis in den Vorraum hinaus füllte. Zum Abschlusslied waren die Künstler auf der Bühne versammelt und einige Flüchtlinge trommelten mit Jamben mit. Die Solidaritätsstimmung dieses Hits der Aktion „USA for Africa“ aus dem Jahr 1985 war auch beim Benefizkonzert am 21. Februar spürbar.

Neben dem Musikerlebnis kam auch der eigentliche Anlass des Abends nicht zu kurz. Dr. Martin Neid führte mit seinem bekannten Witz und Charme durch das Programm und brachte einige Texte, unter anderem einen aus dem 18. Jahrhundert von Daniel Defoe, der zum Thema Integration an Gültigkeit nicht verloren hat.

Hilfsbereite Stimmung macht Mut

Zwei Asylwerber aus dem Irak, die vor 5 bzw. 6 Monaten nach Österreich gekommen waren, gaben auf der Bühne ein Interview. Auf Grund ihrer Lernerfolge bei den ehrenamtlich geleiteten Deutschkursen konnten sie bereits auf Deutsch über ihre Fluchtgründe berichten. Ibrahim Ahmed nützte die Gelegenheit zu Dankesworten: „Ich hoffe, dass ich wieder zurückgeben kann, was mir hier geholfen worden ist.“ und bezeichnete die Bevölkerung hier als seine zweite Familie.

Der Stadtgemeinde Wolkersdorf wurde für die Mithilfe beim Konzert und für ihr generelles Engagement in Flüchtlingsangelegenheiten mehrmals gedankt. Rudi Rögner vom Verein Flüchtlingshilfe Wolkersdorf äußerte die Hoffnung, dass die hilfsbereite Stimmung in der Stadt auch anderen Orten Mut machen könnte weitere Flüchtlingsfamilien aufzunehmen.

4.313 Euro gespendet

Dass dann schließlich 4.313 Euro an Spendengeldern eingenommen werden konnten, freute die Organisatoren Mag. Heike Dörfler (Sängerin an der Volksoper Wien) und Mag. Alexander Blach-Marius (Pianist, Arrangeur, Komponist). Die Einnahmen sollen vor allem für Sportgeräte und Musikinstrumente in den Flüchtlingsunterkünften verwendet werden. Mit einem weiteren Teil der Spenden werden jene Flüchtlinge unterstützt, die eine Wohnung gefunden haben und mit den Kosten von Mietvertrag und Einrichtung überfordert sind.

Den Veranstaltern ist es hervorragend gelungen, ein sichtbares und „hörbares“ Zeichen für Menschlichkeit und Toleranz zu setzen. Gemeinsames Musizieren bewies wieder einmal: Musik verbindet und schafft Brücken zu bauen.