Erstellt am 03. Dezember 2015, 05:03

von Ingrid Fröschl-Wendt

Nach 400 Jahren: Gasthaus zur Goldenen Rose schließt. Das Gasthaus zur Goldenen Rose schließt nach „nur“ 95 Jahren im Familienbesitz der Kofflers vor Weihnachten seine Pforten.

Das Gasthaus zur Goldenen Rose schließt nach über 400 Jahren seine Pforten.  |  NOEN, Fröschl

„Unsere Familie hatte das „Gasthaus zur Goldenen Rose“ am längsten im Familienbesitz, aber auf die vollen 100 Jahre hab‘ ich es nicht mehr geschafft.“ In der Stimme des 76 Jahre alten Helmut Koffler klingt mehr als nur Bedauern mit, dass er dieses Jubiläum nicht mehr erreicht.

Mit Ende des Jahres sperrt das traditionsreiche Wirts- und Kaffeehaus an der Ecke des Laaer Stadtplatzes endgültig zu. Und das nach über 400 Jahren Bestehens, davon 95 Jahre im Besitz von drei Generationen der Familie Koffler.

Laa verliert damit ein Original und Helmut Koffler sein Wohnzimmer, in dem er rund 60 Jahre seines Lebens verbracht hat. Denn der Wirt, der in der oberen Etage wohnt und bei dem seine Stammgäste fast zur Familie gehörten, will das Gasthaus verkaufen. Für seine Frau, die im Rollstuhl sitzt, braucht er eine barrierefreie Wohnung statt der täglichen 20 Stufen in die Gaststube.

Sein Großvater Johann Schnitzer hatte 1920 das Gasthaus gekauft und seine Eltern durften noch die traditionsreiche Maria-Theresien-Konzession führen.

Zu den Glanzzeiten führten die Kofflers neben dem Wirtshausbetrieb noch ein Kaffeehaus mit im Sommer selbst gemachten Eis, einem großen Ballsaal, zwei Extra-Zimmern und zwölf Gästezimmern.

Am 23. Dezember das letzte Mal geöffnet

Wenn es Sohn Klaus übernehmen wollte, wäre viel zu erneuern. Außerdem müsste der Sohnemann das Gasthaus allein führen, denn Helmut Kofflers Schwiegertochter hat ihren Beruf in Wien.

Doch nicht nur der Wirt selbst bedauert, dass er Ende des Jahres schließen wird. Auch seine treuen Stammtisch-Runden müssen sich nun ein neues Quartier suchen. „Mit denen werde ich mich sicher in meinem Keller in Wulzeshofen treffen“, versichert der Gastwirt.

Einen Tag vor Weihnachten hat das Gasthaus zum allerletzten Mal geöffnet. Diesen 23. Dezember will Koffler nicht groß zelebrieren, er will sich lieber mit seinen Stammgästen in aller Ruhe zum Abschied zusammensetzen.

Danach verhandle er mit potenziellen Käufern. Denn einige Interessenten haben sich bereits gemeldet. „Man wird sehen, was kommt ...“